Das Londoner Technologieunternehmen Nothing hat mit "Essential Voice" ein neues Software-Feature vorgestellt. Es soll die bestehenden KI-Funktionen der Essential-Tools erweitern und den Umgang mit dem Smartphone verändern. Laut Unternehmen gehe es dabei vor allem darum, Sprache stärker in den Alltag der Nutzer zu integrieren. Bislang wird ein Großteil der Inhalte am Smartphone über die Tastatur eingegeben. Nothing verweist darauf, dass Menschen seit rund 135.000 Jahren Sprache als natürliche Form der Kommunikation nutzen.
Gleichzeitig liege die durchschnittliche Tippgeschwindigkeit am Smartphone bei etwa 36 Wörtern pro Minute, während gesprochene Sprache laut Unternehmen rund 150 Wörter pro Minute erreiche. Trotz dieses Unterschieds bleibe das Tippen für viele der Standard, so die Einordnung. Bestehende Diktierfunktionen würden Sprache zwar bereits in Text umwandeln, allerdings meist wortgetreu. Pausen, Füllwörter und Wiederholungen würden dabei oft übernommen, was Texte unruhig und schwer lesbar mache.
Genau hier setzt Essential Voice laut Nothing an. Das neue Feature kann durch ein langes Drücken der Essential-Taste des Nothing-Smartphones oder direkt über die Tastatur aktiviert werden. Nutzerinnen und Nutzer sprechen ihre Inhalte dabei frei ein, während das System die Sprache in Echtzeit in Text umwandelt. Anders als bei klassischen Diktaten werde der Inhalt dabei automatisch überarbeitet und strukturiert, sodass er direkt nutzbar sein soll, ohne nachträgliche Bearbeitung.
Zudem ist die Funktion laut Angaben von Nothing direkt in bestehende Schreibumgebungen integriert. Nutzerinnen und Nutzer müssten die jeweilige Anwendung also nicht verlassen, um die Sprachfunktion zu verwenden. Zu den zentralen Funktionen von Essential Voice zählt das Unternehmen unter anderem eine automatische Korrektur, bei der Füllwörter entfernt und Sätze verständlicher aufgebaut werden sollen. Außerdem gibt es personalisierte Sprach-Shortcuts, mit denen häufig verwendete Wörter, Links oder Vorlagen schneller eingefügt werden können.
Auch eine Übersetzungsfunktion ist Teil des Systems, bei der gesprochene Inhalte in einer Sprache erfasst und in einer anderen als Text ausgegeben werden können. Insgesamt unterstützt das Feature laut Nothing mehr als 100 Sprachen inklusive regionaler Varianten und automatischer Erkennung. Gestartet wird Essential Voice zunächst auf dem Phone (3) sowie dem Phone (4a) Pro. Kurz danach soll die Funktion auch für das Phone (4a) verfügbar sein. Für die Zukunft kündigt das Unternehmen weitere Erweiterungen an.
Geplant seien unter anderem kontextbezogene Funktionen, die sich an die jeweilige Nutzungssituation anpassen sollen, etwa beim Schreiben von Nachrichten, E-Mails oder Suchanfragen. Außerdem ist vorgesehen, das Feature künftig auf weitere Geräte im Nothing-Ökosystem auszuweiten und damit schrittweise eine stärker sprachbasierte Nutzung über verschiedene Produkte hinweg zu ermöglichen.