Smartphone-Test

Beim Phone (4a) erleben Nothing-Fans ihr blaues Wunder

Das neue Nothing Phone (4a) im Test: Transparentes Design, starke Kamera – und viel KI. Zudem dürfen sich Fans über Farben wie Blau und Rosa freuen.
Rene Findenig
05.03.2026, 12:15
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Mit dem Nothing Phone (4a) schickt der Londoner Hersteller Nothing sein neues Mittelklasse-Smartphone ins Rennen. Die sogenannte "a-Serie" steht traditionell für ein günstigeres Modell der experimentierfreudigen Marke – doch beim neuen Gerät zeigt sich schnell, dass sich der Hersteller nicht mit einem einfachen Budget-Ableger zufriedengibt. Stattdessen versucht Nothing erneut, Design, Kamera und Software-Ideen miteinander zu kombinieren und damit aus der Masse der Android-Smartphones herauszustechen. Das Konzept ist dabei klar: Das Phone (4a) übernimmt einige Ideen aus den teureren Geräten der Marke, erweitert sie technisch und kombiniert sie mit einer neuen Version von Nothing OS 4.1, das auf Android 16 basiert.

Das Ergebnis ist ein Smartphone, das auf dem Papier mit einer ungewöhnlichen Kamera, einer auffälligen LED-Leiste auf der Rückseite und mehreren KI-Funktionen auf sich aufmerksam macht. Doch kann das Gerät im Alltag wirklich überzeugen? Der ausführliche Test zeigt, wo das Smartphone glänzt – und wo sich die Grenzen der Mittelklasse bemerkbar machen. Das Erste, was beim Nothing Phone (4a) auffällt, ist sein Erscheinungsbild. Der Hersteller bleibt seiner Designlinie treu und setzt erneut auf eine teilweise transparente Rückseite. Dadurch werden verschiedene Strukturen im Inneren sichtbar – etwa Elemente rund um den Akku oder das Layout der Bauteile. Die Rückseite wirkt dadurch ungewöhnlich und hebt sich ab.

Ein Design, das sich aus der Masse hervorhebt

Mit klassischen Smartphones, deren Glasrückseiten meist komplett blickdicht gestaltet sind, hat das neue Nothing-Modell optisch wenig zu tun. Das transparente Design erzeugt einen gewissen Tiefeneffekt, der besonders im Zusammenspiel mit den neuen Farbvarianten auffällt. Das Gerät wird in Schwarz, Weiß (Testgerät), Blau (Testgerät) und Blassrosa angeboten. Im oberen Bereich der Rückseite befindet sich ein pillenförmiges Element aus Aluminium, in das die drei Kameras integriert sind. Diese Konstruktion sorgt dafür, dass die Kamera optisch klar vom Rest des Geräts abgegrenzt ist und zugleich stabil wirkt. Mit einer Höhe von 164, einer Breite von 78 und einer Dicke von Millimetern gehört das Gerät zu den größeren Smartphones.

Das Gewicht liegt bei etwas mehr als 200 Gramm. In der Hand wirkt das Smartphone dadurch zwar solide, aber nicht übermäßig schwer. Eine der auffälligsten Neuerungen beim Phone (4a) ist die sogenannte Glyph Bar. Dabei handelt es sich um eine LED-Leiste auf der Rückseite rechts neben der Kamera, die aus insgesamt 63 Mini-LEDs besteht. Diese sind in mehrere Bereiche aufgeteilt und können unterschiedliche Funktionen übernehmen. Die Idee dahinter: Nutzer sollen wichtige Informationen erkennen können, ohne das Smartphone ständig einschalten oder auf das Display schauen zu müssen. Die LEDs können beispielsweise eingehende Anrufe anzeigen, Timer visualisieren oder Fortschrittsanzeigen darstellen.

Natürlich darf auch Nothings traditionelle Glyph-Leuchtshow nicht fehlen – dieses Mal als Leiste rechts neben der Kamera.
Rene Findenig

Nothings traditionelle Lichtshow kann erneut überzeugen

Auch Benachrichtigungen bestimmter Apps lassen sich über die Lichtsignale darstellen. Zusätzlich gibt es spezielle Effekte wie einen Countdown für Fotos oder eine Anzeige der Lautstärke. Im Vergleich zu früheren Generationen ist die LED-Leiste deutlich heller und kann laut Hersteller bis zu 3.500 Nits erreichen. Gleichzeitig wurde darauf geachtet, dass das Licht möglichst sauber abgegrenzt bleibt und nicht seitlich ausläuft. Ein weiteres Detail ist eine kleine rote Aufnahme-LED. Sie signalisiert, wenn ein Video aufgenommen wird – eine Anlehnung an klassische Filmkameras. Auch bei der Haltbarkeit hat der Hersteller einige Verbesserungen umgesetzt. Das Gerät verfügt vorne über Corning Gorilla Glass 7i.

Der neue Schutz auf der Vorderseite soll das Display besser vor Kratzern und Stürzen schützen. Zudem ist das Smartphone nach IP64 zertifiziert. Das bedeutet, dass es gegen Staub geschützt ist und auch Spritzwasser aushalten kann. Laut Hersteller wurde das Gerät zusätzlich getestet, um sogar ein kurzes Eintauchen in Wasser zu überstehen. Außerdem wurde die Biegefestigkeit gegenüber dem Vorgänger erhöht. Dadurch soll das Smartphone insgesamt stabiler sein. Auf der Vorderseite befindet sich ein 6,78 Zoll großes AMOLED-Display. Dabei handelt es sich um ein flexibles Panel mit LTPS-Technologie. Die Auflösung liegt bei 1,5K und erreicht 1.224 x 2.720 Pixel. Dadurch kommt das Display auf eine Pixeldichte von rund 440 ppi, sehr scharf!

Für die Preisklasse ein absolut fantastisches Display

Die Bildwiederholrate passt sich dynamisch an und kann bis zu 120 Hertz erreichen. Dadurch wirken Animationen und Scrollbewegungen besonders flüssig. Auch bei der Touch-Abtastrate legt das Gerät zu: Im Gaming-Modus kann sie bis zu 2.500 Hertz erreichen. Bei der Helligkeit erreicht das Display laut Hersteller bis zu 1.600 Nits im Freien. Für HDR-ähnliche Inhalte sind Spitzenwerte bis 4.500 Nits möglich. Dadurch bleibt das Display auch bei hellem Sonnenlicht gut ablesbar. Zusätzlich nutzt das Panel eine PWM-Dimmung bis zu 2.160 Hertz, was Flimmern bei niedriger Helligkeit reduzieren soll. Im Inneren arbeitet der Qualcomm Snapdragon 7s Gen 4. Der Chip wird im 4-Nanometer-Verfahren hergestellt und gehört zur oberen Mittelklasse.

Er besteht aus acht Prozessorkernen und erreicht Taktraten von bis zu 2,7 GHz. Unterstützt wird der Chip von einer dedizierten KI-Einheit sowie einer GPU für Grafikaufgaben. In Kombination mit der Software-Optimierung von Nothing OS ermöglicht der Prozessor eine flüssige Performance im Alltag. Apps starten schnell, und auch Multitasking funktioniert zuverlässig. Das Smartphone ist mit je nach Version 8 oder 12 Gigabyte Arbeitsspeicher erhältlich. Zusätzlich lässt sich virtueller RAM zuschalten, wodurch insgesamt bis zu 20 Gigabyte verfügbar werden. Beim internen Speicher setzt der Hersteller auf UFS-3.1-Technologie. Diese bietet deutlich schnellere Lese- und Schreibgeschwindigkeiten.

Kamera mit drei Sensoren und einem Periskop-Zoom

Auch für Spiele ist das Smartphone geeignet. Der Hersteller integriert eine adaptive Leistungssteuerung, die die Bildrate stabil hält. Laut Hersteller sind bis zu 120 Bilder pro Sekunde in bestimmten Spielen möglich. In anderen Titeln sind rund 90 FPS erreichbar. Diese Werte zeigen, dass das Smartphone zwar kein klassisches Gaming-Flaggschiff ist, aber dennoch genügend Leistung für aktuelle Spiele bietet. Ein großer Fokus liegt beim Phone (4a) indes auf der Kamera. Das Gerät besitzt ein Dreifach-Kamerasystem. Die Hauptkamera nutzt einen 50-Megapixel-Sensor mit optischer Bildstabilisierung. Für Zoom-Aufnahmen kommt ein Periskop-Teleobjektiv zum Einsatz. Dieses nutzt ebenfalls einen 50-Megapixel-Sensor.

Durch eine spezielle Prisma-Konstruktion kann das Objektiv optischen Zoom realisieren, bis zu 3,5-fach. Zusätzlich sind verlustarme Vergrößerungen bis zum Siebenfachen möglich. Digitale Vergrößerungen reichen sogar bis zu einem 70-fachen Zoom, solche Aufnahmen sind aber nur Spielerei. Die dritte Kamera ist ein Ultraweitwinkel-Sensor mit acht Megapixeln. Dieser ermöglicht einen Bildwinkel von rund 120 Grad. Die Bildverarbeitung übernimmt eine Kombination aus Software und KI-Algorithmen. Der sogenannte TrueLens-Engine-Algorithmus analysiert Szenen automatisch und passt Belichtung, Kontrast und Farben an. Dabei werden verschiedene Bildbereiche getrennt voneinander bewertet.

Was die Kamera ausgezeichnet statt nur sehr gut macht

Eine weitere Funktion ist Ultra XDR. Dabei werden mehrere RAW-Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen kombiniert, um einen größeren Dynamikumfang zu erzeugen. Auch sogenannte Motion Photos werden unterstützt. Dabei wird neben dem Foto eine kurze Sequenz aufgenommen. Fotos am Tag sehen fantastisch und detailreich aus, selbst Zoom-Aufnahmen in niedrigen Stufen überzeugen vollkommen. Kleinere Unschärfen und Detailverluste in der Nacht treten auf, fallen aber deutlich geringer aus, als in der Preisklasse üblich. Was die Kamera übrigens ausgezeichnet statt nur sehr gut macht, sind vorinstallierte und teilbare Kamera-Presets, die für besondere Szenen und kreative Aufnahmen sorgen.

Für Videoaufnahmen unterstützt das Smartphone eine maximale Auflösung von 4K bei 30 Bildern pro Sekunde. Dabei werden optische und elektronische Stabilisierung kombiniert. Zusätzlich arbeitet eine KI-gestützte Anti-Shake-Funktion. Zeitlupenaufnahmen sind in Full HD mit 120 FPS möglich. Auf der Vorderseite sitzt eine 32-Megapixel-Kamera. Sie eignet sich sowohl für Selfies als auch für Videoanrufe und unterstützt ebenfalls HDR-Funktionen. Der Akku gehört zu den größten der a-Serie von Nothing. Die Kapazität beträgt 5.080 mAh. Mit rund 17 Stunden Nutzungszeit kommt man locker über einen Tag. Beim Laden unterstützt das Smartphone 50-Watt-Schnellladen, kabelloses Laden wird nicht unterstützt.

Nothing lässt wieder freie Wahl beim Software-Design

Der Akku erreicht in etwa 22 Minuten rund die Hälfte seiner Kapazität und kann in etwas über einer Stunde vollständig geladen werden. Er soll laut Nothing so ausgelegt sein, dass nach etwa 1.200 Ladezyklen noch rund 90 Prozent der ursprünglichen Kapazität vorhanden sind. Als Betriebssystem kommt Nothing OS 4.1 zum Einsatz, das auf Android 16 basiert. Die Benutzeroberfläche setzt auf minimalistische Icons und eine reduzierte Farbpalette. Gleichzeitig bietet sie verschiedene Anpassungsmöglichkeiten für Widgets, Sperrbildschirm und Benachrichtigungen. Wer will, kann aber auch den Stock-Android-Look wählen, da lässt euch der Anbieter erneut die freie Wahl. Stylischer sieht aber die Nothing-Oberfläche aus.

Der Hersteller verspricht drei Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitsupdates. Eine Besonderheit sind die sogenannten Essential-Tools. Diese sollen verschiedene Aufgaben per Künstlicher Intelligenz automatisieren. Dazu gehört beispielsweise ein spezieller Button links am Gehäuse, mit dem sich schnell Screenshots oder Sprachmemos erstellen lassen. Die aufgenommenen Inhalte werden in einem zentralen Bereich, dem Essential Space, gespeichert und automatisch analysiert. Aufgerufen wird der Essential Space mit einem Doppeltipp auf die Taste, den Essential Key. Dadurch sollen wichtige Informationen leichter auffindbar sein. Auch beim Thema Umwelt versucht der Hersteller Fortschritte zu zeigen.

Mittelklasse mit ungewöhnlichen Ideen und starkem Auftritt

Das Smartphone nutzt in mehreren Bauteilen recycelte Materialien, darunter Aluminium, Stahl und Kunststoffe. Der geschätzte CO₂-Fußabdruck des Geräts liegt laut Hersteller bei rund 51 Kilogramm. Am Ende bleibt ein hervorragender Eindruck. Das Nothing Phone (4a) ist kein gewöhnliches Mittelklasse-Smartphone. Es kombiniert ein auffälliges Design mit einer Reihe technischer Features, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind. Dazu gehören etwa das Periskop-Zoom, die LED-Glyph-Leiste und mehrere KI-Funktionen innerhalb der Software. Im Alltag überzeugt das Smartphone vor allem durch sein helles AMOLED-Display, die solide Leistung des Snapdragon-Chips und die vielseitige Kamera.

Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass es sich weiterhin um ein Gerät der Mittelklasse handelt – etwa bei der Videoaufnahme oder einzelnen Hardware-Details. Unterm Strich bleibt ein Smartphone, das sich bewusst von der Konkurrenz abhebt. Wer ein Gerät sucht, das nicht wie jedes andere Android-Telefon aussieht und gleichzeitig solide Technik bietet, findet im Phone (4a) eine interessante Alternative. Der weltweite Pre-Sale startet ab dem 5. März 2026 über nothing.tech und in Österreich bei Amazon, MediaMarkt, Etec, Cyberport. Der offene Verkauf beginnt am 13. März 2026. Preislich startet das Ganze bei 349 Euro für die Version 8 + 128 GB, das Modell mit 8 + 256 GB (nur bei Amazon) gibt es um 389 Euro, 12 + 256 GB um 429 Euro.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 05.03.2026, 12:15
Jetzt E-Paper lesen