Mit dem Headphone (a) bringt das 2020 in London gegründete Technologieunternehmen Nothing nach der Premiere mit dem Flaggschiff-Modell Nothing Headphone (1) ein neues Over-Ear-Modell der preislichen Mittelklasse auf den Markt, das nicht nur technisch mithalten, sondern auch optisch auffallen will. Vier Farben, ein bewusst eigenständiger Look und eine Akkulaufzeit, die laut Hersteller bis zu fünf Tage am Stück reichen soll – das sind die Eckdaten, mit denen der neue Kopfhörer in ein hart umkämpftes Segment startet. Doch wie schlägt sich der Headphone (a) im Alltag? Was steckt hinter den Versprechen rund um Klang, Ausdauer und Bedienkomfort? Und wo liegen die Unterschiede zum hauseigenen Flaggschiff-Kopfhörer?
Unser ausführlicher Test beleuchtet Design, Tragegefühl, Technik, Geräuschunterdrückung, App-Funktionen und Akkuleistung. Nothing ist bekannt für eine sehr eigene Formsprache. Transparente Elemente, sichtbare Strukturen, klare Linien – der Hersteller setzt seit seiner Gründung auf Wiedererkennungswert und Einzigartigkeit. Auch der Headphone (a) bleibt dieser Linie treu, interpretiert sie jedoch neu. Erhältlich ist das Modell in Pink, Gelb, Weiß und Schwarz – beziehungsweise sind nur Elemente, nicht der ganze Kopfhörer in den Farben gehalten. Während Weiß und Schwarz klassischer auftreten, richten sich Pink und Gelb an Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Kopfhörer nicht als Zubehör verstehen, sondern als sichtbares Accessoire.
Gerade die gelbe Variante wird als Limited Edition vermarktet und dürfte entsprechend schnell vergriffen sein. Im "Heute"-Test wurde dem weißen Modell auf den Zahn gefühlt. Mit einem Gewicht von 310 Gramm bewegt sich der Headphone (a) im typischen Bereich moderner Over-Ear-Kopfhörer, der Headphone (1) liegt mit 329 Gramm knapp darüber. Der Grund ist die Materialwahl – während Nothing in der Flaggschiff-Serie mattes Metall im Gehäuse verarbeitet, kommt beim neuen Headphone (a) Kunststoff zum Einsatz. Die Verarbeitung macht dennoch einen durchdachten und wertigen Eindruck: Nichts knarzt, nichts wirkt lose. Das Gehäuse wirkt stabil, ohne massiv zu erscheinen. Und ehrlich, das Design sieht einfach nur fantastisch aus.
Die Konstruktion setzt auf Alltagstauglichkeit, nicht auf fragile Designexperimente. Nothing verbaut atmungsaktive Memory-Foam-Polster, die sich dem Kopf anpassen sollen. Im Test zeigt sich: Der Anpressdruck ist moderat gewählt. Die Kopfhörer sitzen sicher, ohne unangenehm zu drücken. Auch bei längeren Hörsessions bleibt der Tragekomfort stabil. Die Polster umschließen das Ohr vollständig, wodurch Druckspitzen vermieden werden. Selbst bei Bewegung – etwa beim Spaziergang oder bei leichten Workouts – bleibt der Sitz konstant. Hier gibt es kaum Unterschiede zum Flaggschiff-Modell. Hinzu kommt ebenfalls die IP52-Zertifizierung gegen Staubablagerungen sowie für einen grundlegenden Schutz gegen Wasser.
Schweiß oder leichter Regen stellen damit laut Spezifikation kein Problem dar. Für Sport im Fitnessstudio oder für den Weg zur Arbeit bei wechselhaftem Wetter ist das ein klarer Pluspunkt, in Starkregen sollte man mit den Kopfhörern aber ebenso nicht herumlaufen wie sie beim Schwimmen tragen. Während viele Hersteller auf Touch-Flächen setzen, bleibt Nothing bei physischen Elementen. Bereits das Flaggschiff-Modell des Unternehmens nutzte haptische Steuerungen, und auch beim Headphone (a) finden sich wieder Roller, Paddle und Button direkt an den Ohrmuscheln. Das ist wieder top! Die Lautstärke lässt sich über einen Roller präzise anpassen. Titelwechsel und Mediensteuerung erfolgen über das kippbare Paddle-Element.
Der zusätzliche Button dient unter anderem zur Steuerung der Geräuschunterdrückung oder für individuell belegbare Funktionen. Im Alltag zeigt sich: Die physische Bedienung ist zuverlässig. Fehlinterpretationen wie bei Touch-Gesten treten nicht auf. Besonders unterwegs – etwa mit Handschuhen oder bei Regen – spielt dieses Konzept seine Stärken aus. Eine Besonderheit der neuen Kopfhörer ist auchz die Funktion "Channel Hop". Damit können Nutzer per Knopfdruck zwischen bevorzugten Apps oder Funktionen wechseln, ohne das Smartphone entsperren zu müssen. Wie stark diese Funktion im Alltag genutzt wird, hängt stark vom individuellen Nutzungsverhalten ab, sie erweitert aber die Möglichkeiten der Hardware sinnvoll.
Ebenfalls integriert ist ein Kamera-Auslösermodus. Über den Button lassen sich Fotos aufnehmen oder Videoaufnahmen starten – vorausgesetzt, das gekoppelte Smartphone unterstützt diese Funktion. Gerade für Gruppenfotos oder Selfie-Aufnahmen aus etwas Entfernung kann das praktisch sein. Ein zentrales Verkaufsargument ist natürlich die Akkuleistung. Und da hat der Hersteller mit dem Flaggschiff mit 80 Stunden Laufzeit ohne Geräuschunterdrückung (35 Stunden mit ANC) bereits mächtig vorgelegt. Rekordwerte, über die Headphone (a) aber nur lachen kann: Nothing gibt bis zu 135 Stunden Wiedergabezeit ohne aktive Geräuschunterdrückung an. Das entspricht fünf Tagen durchgehender Musikwiedergabe.
Im realistischen Alltag hängt die Laufzeit selbstverständlich vom Nutzungsverhalten ab. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung reduziert sich die Gesamtdauer wie beim Flaggschiff auf rund die Hälfte, dennoch bleibt die Ausdauer beeindruckend und sucht im Kopfhörer-Sektor ihresgleichen. Selbst bei intensiver Nutzung über mehrere Tage hinweg ist ein Nachladen nicht zwingend erforderlich. Besonders interessant ist die Schnellladefunktion: Fünf Minuten Ladezeit reichen für bis zu fünf Stunden Wiedergabe aus. Für Pendler oder Vielflieger kann das entscheidend sein – ein kurzer Stopp an der Steckdose oder der mitgenommenen Powerbank reicht für einen langen Arbeitstag, eine Zugreise oder einen Flug vollkommen aus.
Im Inneren von Headphone (a) arbeitet ein 40-Millimeter-Treiber mit Titanbeschichtung. Diese Bauweise soll für strukturelle Stabilität sorgen und Verzerrungen reduzieren. Unterstützt wird das Ganze durch zertifiziertes Hi-Resolution Audio Wireless sowie den LDAC-Codec. Die Kombination zielt auf hochauflösende Klangübertragung. Besonders bei entsprechendem Quellmaterial zeigt sich ein differenziertes Klangbild mit klarer Trennung von Mitten und Höhen. Stimmen werden präzise abgebildet, Instrumente behalten ihre Eigenständigkeit. Der Bassbereich wirkt kraftvoll, ohne dominant zu sein. Dank des integrierten Echtzeit-Bass-Enhancement-Algorithmus werden tiefe Frequenzen analysiert und bei Bedarf verstärkt.
Das Setup unterscheidet sich gar nicht so sehr von jenem des Flaggschiffs, Unterschiede gibt es aber doch. Headphone (1) verfügt über einen 40-Millimeter-Dynamiktreiber mit einer besonders beweglichen Polyurethan-Membran und bietet eine Abstimmung durch den High-End-Sound-Spezialisten KEF. Unterschiede zwischen Headphone (a) und Headphone (1) treten zudem bei den Funktionen auf. Headphone (a) verfügt über adaptive aktive Geräuschunterdrückung mit drei voreingestellten Stufen: Low, Mid und High. Damit lässt sich die Intensität der Abschirmung an unterschiedliche Umgebungen anpassen – bei Headphone (1) werkelt dagegen eine stufenlose Geräuschunterdrückung mit Echtzeit-Anpassung.
Technisch arbeitet das System von Headphone (a) mit dualen Feedforward- und Feedback-Mikrofonen. Diese analysieren Umgebungsgeräusche und passen die Unterdrückung in Echtzeit an. Unterstützt wird das Ganze durch KI-basierte Algorithmen. Im Test zeigt sich: Konstante Geräusche wie Zugfahrten oder Klimaanlagen werden effektiv reduziert. Stimmen im Hintergrund werden gedämpft, bleiben aber in manchen Situationen leicht wahrnehmbar – was bei Headphone (1) komplett verstummt. Der Transparenzmodus funktioniert zuverlässig. Außengeräusche werden gezielt eingeblendet, sodass Gespräche möglich sind, ohne die Kopfhörer abzunehmen. Für Telefonate setzt Nothing auf einen 3-Mikrofon-Algorithmus.
Laut Hersteller wurde der Algorithmus mit über 28 Millionen Geräuschszenarien trainiert. Ziel war eine klare Sprachisolierung auch in belebten Umgebungen. In der Praxis bleibt die eigene Stimme verständlich und präsent. Hintergrundgeräusche werden reduziert, wenn auch nicht vollständig eliminiert. Für Gespräche im urbanen Umfeld ist die Qualität insgesamt überzeugend. Über die lobenswerte "Nothing X"-App lässt sich das Klangprofil weiter anpassen. Ein 8-Band-Equalizer erlaubt detaillierte Eingriffe in verschiedene Frequenzbereiche. Nutzer können ihre Einstellungen speichern und teilen. Gerade audiophile Anwender profitieren von dieser Feinjustierung und ein besonderes Extra sind von Nothing empfohlene Klangprofile.
Mit einem Preis von 159 Euro positioniert sich der Headphone (a) im oberen Mittelklasse-Segment. Der weltweite Vorverkauf startete am 5. März 2026, der offene Verkauf beginnt am 13. März 2026 für Weiß und Pink. Schwarz sowie die gelbe Limited Edition folgen am 6. April 2026. In Österreich sind Schwarz und Weiß unter anderem bei MediaMarkt, Etec und Amazon erhältlich. In Deutschland wird das Modell breiter vertrieben, in der Schweiz unter anderem über Digitec. Im Vergleich zu Headphone (1) unterscheidet sich übrigens auch der Lieferumfang – neben Lade- und Audiokabel kommt das Flaggschiff in einem edlen Softshell-Case, Headphone (a) dagegen in einem Schutzbeutel. Der sieht aber immerhin sehr stylish aus.
Nothing Headphone (a) kombiniert auffälliges Design mit einer beeindruckenden Akkuleistung und moderner Audiotechnik. Die physische Bedienung erweist sich als alltagstauglich, die Geräuschunterdrückung arbeitet effektiv und der Klang überzeugt mit Klarheit und Anpassbarkeit. Mit 159 Euro bleibt der Preis im Rahmen, gemessen an Ausstattung und Ausdauer. Wer Wert auf Individualität, lange Laufzeiten und solide Klangqualität legt, findet hier einen ernstzunehmenden Kandidaten im Over-Ear-Segment. Wem Klangqualität allerdings ganz besonders wichtig ist, sollte einen Blick auf das Flaggschiff Nothing Headphone (1) werfen. Der Startpreis der Kopfhörer von damals 299 Euro ist mittlerweile auf rund 230 Euro gesunken.