Smartphone-Test

Mehr Handy als das Google Pixel 10a braucht fast keiner

Mit dem Pixel 9a hat Google im Vorjahr das fast perfekte Mittelklasse-Smartphone geschaffen. Nun ist das Pixel 10a da – mit Notfall-SOS über Satellit.
Rene Findenig
04.03.2026, 18:00
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Mit dem Pixel 10a bringt Google seine A-Serie in die nächste Generation – und setzt dabei auf ein klares Versprechen: Kernfunktionen der Premiumklasse zu einem Preis, der deutlich unterhalb der Flaggschiff-Region bleibt. In Österreich startet das Modell mit 128 Gigabyte (GB) Speicher bei 549 Euro, die 256-GB-Version kostet 649 Euro. Wer mehr Speicher will, muss auf Googles Cloud zurückgreifen. Google bleibt seiner neuen Linie treu, setzt aber auf eine Radikal-Kur in Sachen Eleganz. Das markanteste Merkmal ist zweifellos die Rückseite. Während viele Konkurrenten ihre Kamera-Objektive wie kleine Gebirge aus dem Gehäuse ragen lassen, präsentiert sich das Pixel 10a fast völlig eben.

Das berüchtigte "Wackeln" auf dem Tisch gehört damit der Vergangenheit an. Und geschützt ist die Kamera auch noch besser, denn tatsächlich liegt sie nun minimal innerhalb des Rückens, statt daraus hervorzuragen. Mit Abmessungen von 153,9 Millimeter in der Höhe und 73 Millimeter in der Breite liegt das Gerät kompakt und sicher in der Hand. Es ist spürbar kleiner als viele seiner riesigen Mitbewerber, was Fans von Einhand-Bedienung gefallen dürfte. Die Dicke beträgt rund neun Millimeter, beim Gewicht bringt das Smartphone rund 183 Gramm auf die Waage. Die Verarbeitung wirkt trotz des Einsatzes einer matten Verbundstoff-Rückseite hochwertig und robust, was durch den Aluminiumrahmen zusätzlich unterstrichen wird.

Farbenfroher Auftritt für jeden Geschmack

Google traut sich was in Sachen Optik. Neben dem klassischen "Obsidian", das für die Liebhaber von schlichter Eleganz gedacht ist, bringen die neuen Nuancen "Lavender" (Lavendel), "Berry" (Pink) und "Fog" (eine Art Graugrün) frischen Wind in den Smartphone-Alltag. Besonders das sanfte Violett und das kräftige Beeren-Rot sind echte Hingucker und setzen ein Statement gegen das Einerlei in Schwarz und Grau. Wer es lieber dezent mag, greift zum hellgrau-grünen "Fog". Dazu passend gibt es jede Menge Zubehör von farblich zu den Modellen passenden Schutzhüllen bis hin zu Ladegeräten. Im Lieferumfang enthalten sind lediglich das Smartphone, ein Sim-Werkzeug und ein rund ein Meter langes Ladekabel.

Das 6,3 Zoll große Actua-Display hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum geändert. Mit einer Spitzenhelligkeit von bis zu 3.000 Nits (zuvor 2.700 Nits) ist es sehr hell. Selbst unter direkter Mittagssonne lässt sich jedes Detail auf dem pOLED-Panel problemlos ablesen. Die adaptive Bildwiederholfrequenz von 60 bis 120 Hertz sorgt dafür, dass das Scrollen durch Social-Media-Feeds flüssig wirkt, während bei statischen Inhalten Energie gespart wird. Geschützt wird das Ganze durch das moderne Corning Gorilla Glass 7i, das deutlich widerstandsfähiger gegen Stürze und Kratzer sein soll als die Vorgängergeneration mit Gorilla Glass 3. Weiter sichtbar im Vergleich zu echten Spitzenmodellen sind die Bildschirmränder.

Die integrierten KI-Funktionen wie Gemini Nano, Gemini Live und Circle to Search greifen tief ins System ein und unterstützen bei Texten, Recherchen und Organisation.
Rene Findenig

Jede Menge KI-Magie im kompakten Smartphone

Im Inneren des Pixel 10a schlägt das Herz von Google: der Tensor G4 Prozessor. Auch wenn dieser Chip bereits aus der 9er-Serie bekannt ist, zeigt er im 10a seine ganze Reife. Unterstützt von 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher rennt das System flott. Apps öffnen sich ohne Verzögerung, Multitasking funktioniert reibungslos und selbst grafisch anspruchsvollere Spiele bringen das Gerät nicht so schnell ins Schwitzen. Der Fokus liegt hier jedoch nicht auf bloßen Benchmarks, sondern auf der Künstlichen Intelligenz. Der Chip ist speziell darauf optimiert, die zahlreichen KI-Funktionen von Google im Hintergrund zu verarbeiten, ohne dass der Nutzer davon etwas merkt – außer einer extrem flüssigen Bedienung. Und KI ist, wo das Pixel glänzt.

Das Pixel 10a ist vollgepackt mit KI-Features, die man früher nur aus Science-Fiction-Filmen kannte. "Circle to Search" ermöglicht es, Dinge auf dem Bildschirm einfach einzukreisen, um sofort Informationen dazu zu erhalten. Die Live-Übersetzung macht den nächsten Urlaub zum Kinderspiel, da Gespräche fast in Echtzeit gedolmetscht werden. Besonders beeindruckend ist der neue Kamera-Coach, der dem Nutzer während des Fotografierens Tipps für den besten Bildausschnitt gibt. Es fühlt sich an, als hätte man einen kleinen Profi-Fotografen auf der Schulter, der einem beim Knipsen zuschaut und diskret Hinweise für bessere Bilder gibt. Mit Gemini lassen sich Bilder generieren, das Wohnzimmer einrichten oder Dinge identifizieren.

Kaum Änderungen bei der trotzdem starken Kamera

Die Hardware der Kamera zeigt sich unverändert: Ein 48-Megapixel-Hauptsensor (MP) und eine 13-MP-Ultraweitwinkelkamera bilden das Duo auf der Rückseite. Doch die wahre Magie passiert, sobald man den Auslöser drückt. Googles Bildverarbeitung ist legendär und liefert auch beim 10a Ergebnisse, die viele teurere Flaggschiffe alt aussehen lassen. Die Farben sind natürlich, der Dynamikumfang ist gewaltig und der Nachtmodus "Night Sight" zaubert selbst bei fast völliger Dunkelheit noch brauchbare Fotos hervor. Ein neues Highlight ist "Auto Beste Aufnahme": Die KI erkennt bei Gruppenbildern automatisch, wann alle Beteiligten lächeln und in die Kamera schauen, und "baut" aus den besten Gruppenbildern ein "perfektes" Foto.

Auch die Frontkamera mit 13 Megapixeln überzeugt. Dank eines Ultraweitwinkels von über 96 Grad passen bei Gruppenselfies alle Freunde aufs Bild, ohne dass man den Arm verrenken muss. Videos werden in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Die Kombination aus optischer und elektronischer Bildstabilisierung sorgt dafür, dass selbst unruhige Hände beim Gehen Aufnahmen produzieren, die wie auf Schienen wirken. Für Content Creator ist das Pixel 10a damit ein verlässliches Werkzeug, das wenig Nachbearbeitung erfordert, weil die Automatik bereits hervorragende Arbeit leistet. Nett: Mit der Funktion "Mich hinzufügen" kann man ein Foto von Freunden knipsen und sich beim zweiten Bild "einfügen".

Ausdauer-Wunder mit etwas mehr Lade-Tempo

Mit einer unveränderten Kapazität von 5.100 Milliamperestunden (mAh) verspricht Google eine Laufzeit von mehr als 30 Stunden bei normaler Nutzung. Im Extrem-Energiesparmodus sollen sogar bis zu 120 Stunden möglich sein. In unserem Test kamen wir locker durch einen sehr intensiven Arbeitstag und hatten am Abend noch Reserven. Eine echte Erleichterung ist das verbesserte Ladetempo: Mit einem entsprechenden 45-Watt-Netzteil füllt sich der Akku in nur 30 Minuten zur Hälfte auf. Das ist ein deutlicher Sprung nach vorne und nimmt den Stress, wenn man vor dem Ausgehen noch schnell etwas Saft braucht. Auch kabelloses Laden ist mit an Bord, was in dieser Preisklasse nach wie vor ein willkommenes Komfort-Feature ist.

Google lässt seine Nutzer auch bei der Sicherheit nicht im Stich. Mit dem ebenfalls zurückkehrenden Titan M2 Sicherheitschip ist das Pixel 10a gegen Angriffe von außen gerüstet. Ein integriertes VPN sorgt zudem für anonymes Surfen in öffentlichen WLAN-Netzen. Was jedoch wirklich beeindruckt, ist das Update-Versprechen: Ganze sieben Jahre lang wird Google das Gerät mit den neuesten Android-Versionen und Sicherheits-Patches versorgen. Wer sich heute ein Pixel 10a kauft, kann also bis in die 2030er Jahre hinein sicher sein, dass sein Smartphone softwareseitig auf dem aktuellsten Stand bleibt. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern schont langfristig auch den Geldbeutel und ist ein echtes Kaufargument.

Neue Integration von Satelliten-SOS

Eine absolute Neuerung für die Pixel-A-Serie ist die Integration von Satelliten-SOS. In Gebieten ohne Mobilfunkempfang kann das Smartphone nun in Notfällen eine Verbindung zu Satelliten herstellen, um Hilfe zu rufen. Das kommt Wanderern, Campern oder Abenteurern zugute und ist eine deutliche Weiterentwicklung vom Vorgänger Google Pixel 9a. Dass Google ein solches Premium-Feature in sein Mittelklasse-Modell integriert, zeigt deutlich, dass hier nicht an der falschen Stelle gespart wurde. Es sind diese Details, die das Pixel 10a von der Masse abheben und es zu einem echten Allrounder für jede Lebenslage machen. Und zu einem Smartphone, das keinen Wunsch für vermutlich 99 Prozent der Smartphone-Nutzer offen lässt.

Wahlweise gibt es das Pixel 10a mit 128 Gigabyte (GB) oder 256 GB internem Speicher. Während 128 GB für die meisten Nutzer völlig ausreichen dürften, sollten Viel-Fotografierer und App-Sammler direkt zur größeren Variante greifen, da eine Erweiterung per SD-Karte wie gewohnt fehlt. Zumindest: Googles Speicher-Cloud-Abo ist preislich attraktiv. In Sachen Konnektivität ist alles an Bord, was modern ist: Wi-Fi 6E sorgt für rasantes Internet, und Bluetooth 6.0 garantiert stabile Verbindungen zu Kopfhörern und Smartwatches. Dank IP68-Zertifizierung ist das Handy zudem wasser- und staubgeschützt – ein kurzes Untertauchen im Waschbecken oder ein heftiger Regenschauer können dem Gerät also nichts anhaben.

Ein smarter Alleskönner für Preisbewusste

Das Google Pixel 10a ist kein Smartphone der extremen Experimente, sondern ein Gerät der perfekten Balance. Es nimmt die Stärken seiner großen Brüder und seines Vorgängers und verpackt sie in ein handliches, farbenfrohes Gehäuse zu einem Preis, der konkurrenzfähig ist. Wer eine fantastische Kamera sucht, Wert auf lange Update-Zeiträume legt und von den neuesten KI-Spielereien profitieren möchte, ohne über tausend Euro auszugeben, kommt am Pixel 10a derzeit kaum vorbei. Es ist die smarte Wahl für alle, die ein Handy suchen, das einfach funktioniert und dabei auch noch lange Zeit verlässlich bleiben wird. Google hat hier ein Paket geschnürt, das die Konkurrenz in der Mittelklasse ordentlich unter Druck setzen wird.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 04.03.2026, 18:00
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