Mit den Galaxy Buds4 Pro legt Samsung seine neueste Generation kabelloser Premium-In-Ears vor. Der Anspruch ist erneut klar formuliert: ein kompromissloser Klang, eine starke aktive Geräuschunterdrückung, viele intelligente Funktionen und eine möglichst nahtlose Einbindung ins eigene Galaxy-Ökosystem. Auf dem Papier liest sich das wie ein Rundumschlag gegen die Oberklasse-Konkurrenz. Doch wie schlagen sich die neuen Pro-Stöpsel im echten Alltag zwischen U-Bahn, Großraumbüro, Wohnzimmer und Fitnessstudio? Wir haben sie ausführlich und über einen längeren Zeitraum getestet – mit Fokus auf Klang, Komfort, Akkuleistung, Sprachqualität und smarte Features. Fazit: Vertraut, aber spürbar weiterentwickelt!
Optisch bleiben die Galaxy Buds4 Pro der Linie treu, die Samsung in den vergangenen Generationen etabliert hat. Das Ladecase präsentiert sich kompakt, wertig verarbeitet und angenehm handlich. Es verschwindet problemlos in der Hosentasche, ohne aufzutragen, und vermittelt durch präzise Spaltmaße sowie ein satt schließendes Scharnier einen hochwertigen Eindruck. Die Ohrhörer selbst setzen auf ein In-Ear-Design mit Silikonaufsätzen, die in mehreren Größen beiliegen. Dadurch wird eine dichte Abdichtung des Gehörgangs erreicht – eine wichtige Grundlage für kräftigen Klang und die Effektivität der aktiven Geräuschunterdrückung. Auf Experimente wie die Leucht-Leiste bei den Vorgängern wird dieses Mal verzichtet.
Im Test zeigt sich, dass Samsung die Ergonomie spürbar optimiert hat. Die Buds sitzen sicher, ohne unangenehmen Druck auszuüben, und bleiben auch bei längeren Hörsessions stabil im Ohr. Selbst nach mehreren Stunden Musikhören oder Serien-Streaming traten keine nennenswerten Druckstellen auf. Für Sport oder schnelle Bewegungen bieten sie ausreichend Halt. Das macht sie zu Alltagsbegleitern, nicht nur zu reinen Pendler-Ohrhörern. Die Steuerung erfolgt über berührungsempfindliche Flächen an den Ohrhörern. Tippen, längeres Drücken oder Gesten lösen je nach Konfiguration unterschiedliche Befehle aus. Im Test reagierten die Touchflächen zuverlässig und ohne spürbare Verzögerung. Fehlbedienungen blieben selten.
Über die Galaxy Wearable-App lassen sich Gesten anpassen. So kann etwa festgelegt werden, ob ein längerer Druck den ANC-Modus wechselt oder Sprachassistenten aktiviert. Praktisch ist die Möglichkeit, die Lautstärke direkt am Ohr zu regulieren, ohne das Smartphone aus der Tasche holen zu müssen. In Verbindung mit kompatiblen Galaxy-Smartphones funktioniert das Pairing nahezu automatisch. Sobald das Case geöffnet wird, erscheint ein Kopplungsfenster auf dem Display.
Wichtig: Alle Funktionen stehen nur auf Galaxy-Geräten zur Verfügung, auf manche wie Unterhaltungen mit Galaxy AI und höchstauflösenden Sound verzichtet man auf anderen Android-Geräten. Auf iOS sind die Buds zwar nutzbar, aber nicht die Galaxy Wearable-App.
Das Herzstück der Galaxy Buds4 Pro ist ihr Zwei-Wege-Lautsprechersystem. Samsung setzt auf eine Kombination aus dynamischem Treiber für den Tieftonbereich und zusätzlichem Hochtöner für fein aufgelöste Höhen. Ziel ist ein ausgewogenes Klangbild mit ausreichend Druck im Bass und klarer Differenzierung im oberen Frequenzbereich. Im Hörtest hinterließen die Buds4 Pro einen starken Eindruck. Bässe wirken tief und druckvoll, ohne ins Dröhnen zu kippen. Gerade bei elektronischer Musik oder modernen Pop-Produktionen sorgt das für spürbaren Punch. Gleichzeitig bleiben Stimmen klar und werden nicht vom Bass überlagert.
Akustische Stücke profitieren von der sauberen Trennung einzelner Instrumente. Gitarren, Klavier und Streichinstrumente lassen sich gut orten, was für In-Ears dieser Größe bemerkenswert ist. Auch bei höheren Lautstärken bleibt das Klangbild stabil und verzerrungsarm. Mit kompatiblen Galaxy-Geräten unterstützen die Buds4 Pro die erwähnte hochauflösende Audioübertragung, was zusätzliche Details im Klangbild ermöglicht. Feine Nuancen in Live-Aufnahmen oder komplexen Arrangements kommen dadurch noch etwas deutlicher zur Geltung. Richtig gut klingen die Buds aber auch ohne den hochauflösenden Codec auf "normalen" Android-Smartphones und auch ganz ohne Abstimmungen auf iOS.
Ein besonderes Feature ist die Unterstützung von 360-Grad-Audio. In Verbindung mit geeigneten Inhalten entsteht ein räumlicher Klang, der sich an Kopfbewegungen orientiert. Das bedeutet: Dreht man den Kopf, verändert sich die wahrgenommene Klangrichtung. Im Praxiseinsatz bei Filmen und Serien sorgt das für eine deutlich immersivere Atmosphäre. Dialoge wirken zentrierter, während Hintergrundgeräusche und Effekte im Raum verteilt erscheinen. Für unterwegs ersetzt das zwar kein echtes Heimkino-Setup, hebt das Erlebnis aber klar über klassisches Stereo hinaus. Gerade bei Streaming-Inhalten oder Gaming auf dem Smartphone entsteht so ein überraschend plastischer Eindruck.
Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) gehört zu den Kernfunktionen der Buds4 Pro. Mehrere Mikrofone erfassen kontinuierlich Umgebungsgeräusche, die dann durch Gegenschall reduziert werden. Im Test funktionierte das im Alltag überzeugend. Tieffrequente Dauergeräusche wie Motorbrummen in der U-Bahn oder das Rauschen einer Klimaanlage werden deutlich abgeschwächt. Das sorgt für eine angenehm ruhige Klangumgebung. Stimmen im Umfeld werden ebenfalls reduziert, bleiben aber bei sehr lauten Gesprächen teilweise wahrnehmbar. Insgesamt bewegt sich die Geräuschunterdrückung auf einem hohen Niveau. Sie erzeugt kein unangenehmes Druckgefühl auf den Ohren und arbeitet unauffällig im Hintergrund.
Der Transparenzmodus hingegen verstärkt Umgebungsgeräusche gezielt, sodass Gespräche möglich bleiben, ohne die Ohrhörer herauszunehmen. Stimmen klingen dabei relativ natürlich und nicht künstlich verzerrt. Neben Musik ist die Sprachqualität im Alltag entscheidend. Die Galaxy Buds4 Pro setzen auf mehrere integrierte Mikrofone, die Hintergrundgeräusche herausfiltern und die eigene Stimme in den Vordergrund rücken. Im Test bei Telefonaten auf belebten Straßen wurde die Stimme klar übertragen. Gesprächspartner bestätigten eine gute Verständlichkeit, selbst wenn im Hintergrund Verkehrslärm oder Wind zu hören waren. Störgeräusche wurden reduziert, ohne dass die eigene Stimme dumpf oder metallisch wirkte.
Auch Videokonferenzen über das Smartphone liefen stabil. Die Verbindung blieb konstant, Aussetzer oder Verbindungsabbrüche traten nicht auf. Auch auf den Schutz ist Verlass: Die Galaxy Buds4 Pro verfügen über eine IP-Zertifizierung, die sie gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen in Wasser schützt (IP57). Damit sind sie nicht nur für den Büroalltag, sondern auch für Sport und Outdoor-Aktivitäten geeignet. Regen oder intensives Training stellten im Test kein Problem dar, dauerhaft in Wasser untertauchen sollte man sie allerdings nicht. Die Ohrhörer funktionierten übrigens auch bei feuchten Bedingungen zuverlässig. Die Bluetooth-Verbindung blieb stabil, selbst in Umgebungen mit vielen drahtlosen Netzwerken.
Bei der Akkuleistung liefern die Buds4 Pro solide Werte. Mit aktivierter Geräuschunterdrückung halten die Ohrhörer rund sechs Stunden durch. Ohne ANC verlängert sich die Laufzeit um eine Stunde. Das Ladecase ermöglicht zusätzliche Aufladungen, sodass insgesamt eine Nutzung über den ganzen Tag hinweg möglich ist – auf bis zu 30 Stunden kommt man mit Kopfhörern und Ladebehälter. Im Test reichten die Buds problemlos für mehrere längere Hörsessions, Telefonate und kurze Video-Streams, bevor das Case selbst wieder an die Steckdose musste. Geladen wird per USB-C oder kabellos über kompatible Ladepads. Eine Schnellladefunktion sorgt dafür, dass wenige Minuten am Kabel für mehrere Stunden Wiedergabe ausreichen.
Besonders stark sind die Buds4 Pro – erhältlich um 249 Euro übrigens in Schwarz und Weiß sowie in exklusiven Farben im Samsung Online Shop – wie erwähnt im Zusammenspiel mit Galaxy-Geräten. Funktionen wie automatischer Gerätewechsel zwischen Smartphone und Tablet erleichtern den Alltag. Wer mehrere Samsung-Geräte nutzt, profitiert von einer nahtlosen Übergabe der Audioverbindung. Software-Updates werden bequem über die App eingespielt. Zudem lassen sich Equalizer-Einstellungen anpassen, um den Klang nach eigenen Vorlieben zu verändern. Ein kurzer Vergleich: Im Gegensatz zu den Pro-Modellen mit geschlossenem Design sind die Galaxy Buds4 um 179 Euro mit einer offenen Passform ausgestattet.
Die Unterschiede zwischen Basis- und Pro-Modell der Galaxy Buds sind Standard: Die Galaxy Buds4 Pro bieten durch ihr Design eine bessere Geräuschunterdrückung, verfügen über einen größeren Akku mit schnellerer Ladung und etwas längerer Laufzeit und bieten außerdem Extras wie Stimm- und Sirenenerkennung. Zudem sind die Pro-Modelle besser geschützt (IP57 vs. IP54), haben ein Zwei-Wege-Lautsprecher-System verbaut (gegenüber einem Ein-Weg-Lautsprecher beim Basis-Modell). Lobenswert ist, dass auch die Basis-Modelle viele Top-Funktionen der Pros bieten – etwa die neueste Bluetooth-Version 6.1, alle auch hochwertigen Bluetooth-Profile und -Codecs und sogar Klang- und ANC-Anpassung in Echtzeit.
Die Samsung Galaxy Buds4 Pro präsentieren sich im "Heute"-Test als ausgereifte Premium-Kopfhörer und tolles Upgrade der Vorgänger. Sie überzeugen mit kräftigem, detailreichem Klang, effektiver aktiver Geräuschunterdrückung und hoher Alltagstauglichkeit. Komfort, Verarbeitung und Integration ins Galaxy-Ökosystem stimmen ebenfalls. Wer ein Smartphone aus dem Samsung-Universum besitzt, schöpft das volle Potenzial dieser In-Ears aus. Aber auch mit anderen Android-Geräten liefern sie ein starkes Gesamtbild. Im hart umkämpften Markt der True-Wireless-Kopfhörer positionieren sich die Buds4 Pro damit selbstbewusst im oberen Segment – und werden ihrem "Pro"-Namenszusatz im Alltag weitgehend gerecht.