Nun doch wieder Ermittlungen im Fall der toten Ärztin

Die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die zuletzt wegen Morddrohungen ihre Praxis geschlossen hat, ist am Freitag, 29. Juli 2022 tot in ihrer Ordination im Bezirk Vöcklabruck gefunden worden.
Die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die zuletzt wegen Morddrohungen ihre Praxis geschlossen hat, ist am Freitag, 29. Juli 2022 tot in ihrer Ordination im Bezirk Vöcklabruck gefunden worden.HERMANN WAKOLBINGER / APA / picturedesk.com
Die Staatsanwaltschaft Wels ermittelt nun doch wieder im Fall der toten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr. Im Visier steht der Verfasser von Morddrohungen.

Knalleffekt im Fall Kellermayr – die Staatsanwaltschaft Wels hat noch am Donnerstag die Ermittlungen im Fall der toten Ärztin wieder aufgenommen. Im Visier der Ermittler steht dabei der mutmaßliche Verfasser von Morddrohungs-Texten in den sozialen Medien gegen die Ärztin. Ursprünglich waren die Ermittlungen eingestellt worden, weil es sich beim Verdächtigen um einen Mann in Deutschland handeln soll, weswegen die "inländische Gerichtsbarkeit" nicht gegeben gewesen wäre.

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Nun sei dies aber der Fall, berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten" mit Hinweis auf den Leitenden Staatsanwalt Christian Hubmer, demnach würden die österreichischen Behörden nun mit den deutschen zusammenarbeiten. In Berlin und München wurde indes im Fall der Drohungen gegen den namentlich bekannten Verdächtigen weiter ermittelt, der aktuelle Ermittlungsstand sei bereits den heimischen Ermittlern weitergegeben worden, hieß es.

Ärztin wurde tot in ihrer Praxis gefunden

Kellermayr war lange Zeit heftigen Bedrohungen aus der Impfgegner-Szene ausgesetzt gewesen. Die Medizinerin wandte sich mehrmals an die Beamtinnen und die Beamten der oberösterreichischen Landespolizei. Hilfe bekam sie laut ihren Schilderungen dabei nicht, was nun von vielen kritisiert wird. Am Freitag der Vorwoche wurde bekannt, dass sie tot in ihrer Praxis in Oberösterreich gefunden worden war, ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen.

Gegen die Beamten der Landespolizeidirektion Oberösterreich und der Staatsanwaltschaft Wels ist inzwischen Anzeige eingegangen, da diese "auf die Verfolgung des mutmaßlichen Täters verzichteten", wie es heißt. Vorgeworfen wird ihnen, dass nicht eingegriffen wurde, obwohl eine Hackerin ihnen Informationen zu den verantwortlichen Accounts übergeben habe. Kellermayr selbst hatte die Hackerin kontaktiert, die Opfer von Hate Speech unterstützt. Innerhalb weniger Stunden habe sie einen Großteil der Drohungen auf eine rechtsextreme Gruppierung zurückführen können.

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