Wer rückt für Iran nach?

Nur noch 100 Tage – Krieg gefährdet XXL-WM

100 Tage vor dem WM-Start 2026 sorgen Iran-Konflikt, US-Politik und Sicherheitsfragen für massive Sorgen statt Vorfreude.
Sport Heute
02.03.2026, 12:23
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In genau 100 Tagen soll in Mexiko-City der Ball rollen. Doch statt Sport und Spaß dominieren aktuell Krisen, Kriege und politische Spannungen die Schlagzeilen rund um die XXL-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.

48 Teams, 104 Spiele, sechs Wochen Turnier - das klang nach dem größten Aufreger der WM-Geschichte. Jetzt wirken diese Dimensionen fast nebensächlich. Der Iran-Konflikt sorgt für das nächste große Fragezeichen. Der Ligabetrieb im Land ist ausgesetzt, Vorbereitungsspiele wurden abgesagt. Eine Teilnahme der qualifizierten Mannschaft scheint derzeit kaum vorstellbar.

Irak statt Iran?

Irans Verbandschef Mehdi Taj fand deutliche Worte: Nach dem Angriff der US-Regierung auf sein Heimatland sei nicht zu erwarten, "dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken". Die drei Gruppenspiele des Iran sind ausgerechnet in Los Angeles und Seattle geplant.

Auch die FIFA hält sich bedeckt. Generalsekretär Mattias Grafström erklärte, man beobachte die weltweiten Entwicklungen genau. Ziel sei es weiterhin, alle qualifizierten Teams an den Start zu bringen.

Im Falle eines Rückzugs oder eines Ausschlusses rückt laut FIFA-Regeln ein Land aus dem jeweiligen Verband nach. Im Falle des Irans wäre dies der Irak, der allerdings noch im interkontinentalen Play-off spielt. Sollte sich der Irak Ende März qualifizieren, dann könnten die Vereinigten Arabischen Emirate nachrücken.

Infantino: "104 Super Bowls"

Doch nicht nur der Iran bereitet Sorgen. 104 Partien sind an 16 Spielorten in vier Zeitzonen geplant, 78 davon in den USA. Das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika soll im Aztekenstadion steigen, das Finale ist in New York vorgesehen. 32 Teams erreichen die K.o.-Phase - ein Mammutprogramm.

FIFA-Boss Gianni Infantino verspricht "104 Super Bowls" und Rekordeinnahmen von elf Milliarden Dollar. Trotz Kritik an hohen Ticketpreisen meldet der Weltverband 508 Millionen Anfragen auf rund sieben Millionen Karten. Offiziell sind alle Spiele ausverkauft.

Trump-Politik schreckt ab

Doch ob wirklich überall volle Ränge und sichere Bedingungen garantiert sind, bleibt offen. In Mexiko sorgt der Drogenkrieg für Unsicherheit, besonders rund um Guadalajara. Boston droht mit Ausstieg, falls eingefrorene Sicherheitsgelder nicht rechtzeitig fließen.

Dazu kommt die Politik von US-Präsident Donald Trump. Verschärfte Einreisebestimmungen, aggressive Außenpolitik und tödliche Schüsse von ICE-Beamten schrecken potenzielle Besucher ab.

"Sport nicht lösen wird"

Auch Deutschlands Teamchef Julian Nagelsmann weiß, dass der Sport diesmal nicht im Mittelpunkt steht. Politische Themen würden vorherrschen, "die der Sport nicht lösen wird". Die eigene Leistung auf dem Platz habe für die weltpolitische Lage "leider gar keine Relevanz".

100 Tage vor dem Anpfiff bleibt damit eine bittere Erkenntnis: Diese WM steht unter einem Schatten, der größer ist als jedes Stadion.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.03.2026, 12:23
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