Die vor rund einem Monat von der Bundesliga angestoßene Diskussion über eine mögliche Abschaffung des Video Assistant Referee (VAR) sorgt beim ÖFB für Stirnrunzeln. Aufsichtsrat-Chef Josef Pröll zeigt sich überrascht über die Überlegungen, den Videobeweis aus Kostengründen mit Saisonende zu streichen.
Natürlich kenne er die finanziellen Zwänge der Liga, betont Pröll im Gespräch mit der APA, doch eine Rückkehr zum Fußball ohne VAR hält er für den falschen Weg. "Der VAR ist international absoluter Standard geworden", sagt der frühere Finanzminister. Eine Abschaffung würde der österreichischen Bundesliga aus seiner Sicht schaden: "Das ist das Allerletzte, was man anstreben sollte."
Statt den Videobeweis zu kippen, müsse man an anderer Stelle nach Einsparpotenzial suchen, fordert Pröll. Er bezweifelt zudem, dass die Klubs tatsächlich geschlossen hinter der Idee stehen: "Ich höre da anderes."
Auch bei den Fans würde ein solcher Schritt wohl auf wenig Verständnis stoßen. "Die Leute schauen internationale Ligen und die Champions League, wo der VAR fixer Bestandteil des Spiels ist. Ob man da als österreichische Liga wirklich eine Sonderrolle einnehmen will, gehört wesentlich intensiver diskutiert."