Für Striedinger lief es in den letzten Monaten nicht nach Wunsch. Siebenmal ging der Kärntner im Weltcup an den Start, siebenmal blieb er außerhalb der Punkteränge. Über Platz 31 ging es nicht hinaus für den Routinier. Der 35-Jährige fuhr deutlich am Olympia-Kader vorbei, hatte sich vor über einem Jahr, im März 2025, letztmals in den Top-30 bei einem Weltcuprennen klassiert. Der letzte seiner fünf Stockerlplätze im Weltcup gelang im Dezember 2021, also vor viereinhalb Jahren.
Die Saison sei "nicht gut" gewesen, das wolle der 35-Jährige auch nicht schönreden. Die Leistungen würden Striedinger und seinem Kärntner Teamkollegen Max Franz aber den Kaderplatz kosten, war zuletzt bereits berichtet worden. Offiziell hat der heimische Skiverband die Kaderlisten noch nicht bekannt gegeben.
"Mit mir hat vom ÖSV bis jetzt niemand darüber gesprochen. Ob es fehlende Intelligenz oder mangelnde Professionalität ist, weiß ich nicht. Wenn das der neue Stil des ÖSV ist, kann man ihm nur gratulieren", teilte der Weltcupläufer in der "Krone" jedenfalls heftig gegen die ÖSV-Spitze aus. Seit dem Weltcuprennen in Courchevel habe er jedenfalls nichts mehr gehört von Cheftrainer Marko Pfeifer, bezeichnete dies als "respektlos gegenüber den Athleten".
Danach konnte sich Striedinger kurz nach seinem 35. Geburtstag am Dienstag einen Seitenhieb in Richtung ÖSV-Herren-Cheftrainer nicht verkneifen. "Er wäre besser beraten gewesen, wenn er sich – anstatt seine Gedankenwelt mit der Öffentlichkeit zu teilen – das FIS-Regelwerk angeschaut hätte. Dann wäre ein Fehler wie bei Blacky bei Olympia nicht passiert." Eine Verbal-Ohrfeige, die gesessen hat. Und die zeigt, dass das Band zerschnitten sein dürfte.
Striedinger bezog sich in seiner Aussage auf den Plan von Österreichs Star-Allrounder Marco Schwarz, bei Olympia in Bormio auch die Abfahrtstrainings als Vorbereitung auf den Super-G zu bestreiten. Allerdings wurde dem Kärntner ein Start verweigert, Schwarz hätte innerhalb der letzten zwei Jahre eine Abfahrt bestreiten müssen. Der ÖSV wusste dies nicht.
Und wie geht es bei Striedinger selbst weiter? Das ist unklar. "Ich halte mir derzeit alles offen", erklärte der Kärntner.