Im Schweizer Ski-Team steht ein personeller Abschied bevor: Zoé Chastan, langjährige Pressesprecherin der Männer, kehrt dem Weltcup den Rücken. Die Lebensgefährtin von Slalom-Olympiasieger Loïc Meillard erwartet im Sommer ihr erstes Kind.
Acht Jahre lang begleitete Chastan das Team durch Höhen und Erfolge. Auf Instagram verabschiedete sie sich nun emotional: "Leute, es war mir eine Ehre, euch zu unterstützen und mit euch zusammenzuarbeiten." Ihre Bilanz kann sich sehen lassen: 249 Weltcup-Podestplätze, 12 Olympia-Medaillen, 21 WM-Medaillen und 18 Kristallkugeln fallen in ihre Zeit.
Künftig wird sie nicht mehr in den Zielräumen präsent sein. Zahlreiche Schweizer Stars wie Marco Odermatt oder Corinne Suter reagierten auf ihren Abschied, gratulierten den werdenden Eltern zum Familienglück. Auch ÖSV-Ikone Hannes Reichelt wünschte alles Gute.
In der Schweiz führt ein privater Lebensabschnitt zum Rückzug, ohne Staub aufzuwirbeln. In Österreich wird derzeit heiß über eine ÖSV-Beziehung und einen Abschied diskutiert, der alles andere als reibungslos vonstatten ging – wenngleich die beiden Fälle anders gelagert sind.
Auslöser war der überraschende Rücktritt von Skispringerin Lisa Eder. Die 24-Jährige beendete nach einer erfolgreichen Weltcup-Saison plötzlich ihre Karriere. Hintergrund war, dass ihr Verlobter Manuel Fettner nicht Teil ihres Trainerteams im ÖSV werden durfte.
Fettner hatte kurz zuvor mit Saisonende seine eigene Springerkarriere nach 25 Jahren im Weltcup beendet.
Der Verband verfolgt hier eine klare Linie. Beziehungen innerhalb derselben Trainingsstruktur sind aus Compliance-Gründen nicht erlaubt. Sportdirektor Mario Stecher stellte dazu unmissverständlich klar: "Wenn wir das zulassen, dann kann jeder mit seinem Partner daherkommen und sich den als Trainer wünschen. Das geht einfach nicht."
Neu ist die Problematik nicht: Bereits 2023 zog Skirennläuferin Franziska Gritsch Konsequenzen und verließ die Strukturen des Verbands, um mit ihrem Partner und Trainer Florian Stengg eigenständig zu arbeiten. Nach zwei vollen Saisonen ohne Verbandsstruktur geht das Duo nächsten Winter mit neuer Skimarke Atomic in die dritte Saison.