Der ÖSV steht vor großen Herausforderungen – und das sagt auch Sportdirektor Mario Stecher ganz offen. Nach der abgelaufenen Weltcup-Saison zieht er Bilanz und spricht über Konkurrenzdruck, Nachwuchsprobleme und erste Fortschritte.
Den Wettbewerbsvorteil, den der österreichische Skiverband lange hatte "gibt’s nicht mehr. Das ist halt so, das muss man einfach anerkennen." Klar ist deshalb auch: An alte Dominanzzeiten kann der ÖSV aktuell nicht anknüpfen. "Wir sind nicht mehr in der Situation, wie vor acht bis zehn Jahren, als wir in gewissen Bereichen dominiert haben", schilderte Stecher gegenüber dem Kurier.
Der ÖSV ist in der Jäger-Rolle. Der große Gejagte: Die Schweiz – das weiß auch Stecher. "Die Schweizer sind natürlich immer noch die dominante Nation, aber wir sind ihnen wieder nähergerückt", so der Sportdirektor. Das belegt auch ein Blick in die Zahlen: 2024/25 betrug der Rückstand auf die Eidgenossen noch über 3000 Punkte, in der abgelaufenen Saison nur mehr 700.
Besonders auffällig: Die rot-weiß-roten Siegfahrer sind allesamt über 30 Jahre alt. Für Stecher kein akuter Schock – aber ein bekanntes Problem. "Ich würde jetzt nicht sagen, dass es mir Sorgenfalten bereitet, weil uns diese Situation ja schon seit längerer Zeit bewusst ist. Dass wir in einigen Jahrgängen nicht so gut aufgestellt sind, war klar."
Die Gründe dafür liegen Jahre zurück. "Diese Löcher sind auch deshalb entstanden, weil es über viele Jahre ein starkes Team gegeben hat. Die Jungen sind da einfach nicht vorbeigekommen, manche von ihnen haben deshalb wieder aufgehört." Auch deshalb rief der Sportdirektor das Projekt 2030 ins Leben, um im ÖSV wieder breiter aufgestellt zu sein.