Starke Emotionen bei ÖSV-Speed-Ass Nina Ortlieb nach Platz 21 im letzten Super-G der Saison in Kvitfjell. Die 29-Jährige kämpfte im ORF-Interview sichtlich mit sich selbst, versteckte ihre Tränen unter einer schwarzen Sonnenbrille.
"Ich kämpfe mit der Enttäuschung über mich selbst. Dass ich weiß, es besser zu können, aber nicht umsetzen kann", sagte die 29-jährige Vorarlbergerin offen. Schon während der Fahrt habe sie gespürt, dass nichts zusammenpasst. "Ich bin ehrgeizig – da tut das weh."
Ortlieb hat sich nach einer wahren Verletzungsodyssee zurückgekämpft. 30 Operationen musste sie nach schweren Stürzen über sich ergehen lassen – darunter Kreuzbandrisse, Brüche von Schien- und Wadenbein sowie schwere Beckenverletzungen. Selbst Knochentransplantationen waren notwendig.
Dass sie überhaupt wieder im Weltcup fährt, grenzt für viele an ein kleines Wunder. Und genau das versuchte ihr auch ihr Umfeld in Erinnerung zu rufen. "Meine Trainer haben mich erinnert, was gut in dieser Saison war", erzählte sie.
Trotz aller Enttäuschung überwiegt daher am Ende auch Dankbarkeit. "Ich bin gesund - das ist das Wichtigste. Darauf kann ich aufbauen."
Für die kommende Saison zeigt sich Ortlieb kämpferisch. Im Training sei sie bereits konstant gewesen, jetzt gehe es darum, das auch im Rennen umzusetzen. "Dann ist viel möglich", ist sie überzeugt.
Auch der Abschied von Frauen-Cheftrainer Roland Assinger geht ihr nahe. "Er hat gebrannt, dem Skisport alles untergeordnet. Das schätze ich an ihm", sagte Ortlieb.