Für Ortlieb war nach Trainingsbestzeit der Traum vom ersten Abfahrtssieg im Weltcup bereits nach wenigen Fahrsekunden ausgeträumt. Der ÖSV-Star verkantete im oberen Teil der Strecke, verlor dadurch 30 Zehntel und konnte im weiteren Rennen nicht mehr das nötige Risiko nehmen, um den Patzer wettzumachen. Das Ergebnis: Platz elf, mit 0,75 Sekunden Rückstand.
"Ich habe eigentlich im Vorfeld gewusst: Fehler sind auf der kurzen Strecke nicht erlaubt. Und dann habe ich die Spannung am Ski verloren und dadurch auch viel Zeit", resümierte der ÖSV-Star. Den restlichen Teil des Rennens betrachtete sie als "Trainings-Fahrt" – für die zweite Abfahrt am Samstag (10:45 Uhr) eine gute Vorbereitung.
Der Sieg in Val di Fassa ging an die Lokalmatadorin Laura Pirovano. Bemerkenswert: Die Italienerin ist in dieser Saison bereits die sechste Läuferin, die in der Abfahrt ihren Premierensieg feiern konnte. Dahinter landete Emma Aicher. Bitter: Die Deutsche verpasste den Sieg um nur eine Hundertstel Sekunde. Das Podest komplettierte die US-Amerikanerin Breezy Johnson (+0,29). Der Kampf um die kleine Kristallkugel wird damit immer enger. Noch ist Lindsey Vonn die Führende in der Disziplinenwertung – muss die Position nach ihrem Horror-Sturz bei den Olympischen Spielen in den letzten beiden Saisonrennen abgeben.
Cornelia Hütter (+0,34) lag mit einer fast fehlerlosen Fahrt lange Zeit auf Podestkurs, verlor aber trotz Top-Speed ab der letzten Zwischenzeit bis ins Ziel rund drei Zehntel. Sie verpasste dadurch auch ein mögliches Stockerl um fünf Hundertstel und wurde Fünfte."Ich habe einfach zwei kleine Fehler zu viel gemacht, dafür, dass es für ganz vorne reicht. Mit den Mini-Fehlern war es zu viel", so die Olympia-Dritte im Super-G. Olympiasiegerin (Team-Kombi) Ariane Rädler konnte mit einer starken Fahrt aufzeigen, wurde auf der pickelharten Piste Sechste und war damit die zweitbeste Österreicherin.
Mirjam Puchner hatte mit einer zurückhaltenden Fahrt kein Wörtchen im Kampf um die Podestplätze mitzureden. Ihr fehlte von oben weg der Speed, wie ORF-Expertin Nici Schmidhofer erklärte, weil sie den Außenski zu wenig laufen ließ. Das Resultat: 1,27 Sekunden Rückstand im Ziel. Nadine Fest (+1,58) landete in den Top 20, Leonie Zegg (+3,31) schaffte es nicht in die Punkteränge.