"Ich bin ein Pumper"

Fitness-Star Sascha Huber spricht offen über Zweifel

Sascha Huber trainierte mit Olympia-Stars. In "Heute" spricht der YouTuber offen über Druck, Selbstzweifel und sein Körperbild.
Martin Huber
06.03.2026, 06:58
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Fitness-Influencer Sascha Huber zählt zu den erfolgreichsten Sport-YouTubern im deutschsprachigen Raum. Millionen trainieren täglich mit seinen Workouts.

In "Heute" erzählt der Salzburger von Trainings mit Österreichs Olympia-Stars, seinem Weg vom Kinderzimmer zum Ruhm – und von Zweifeln, die ihn bis heute begleiten.

"Als Pumper bin ich, ehrlich gesagt, selten zufrieden mit meinem Körper. Ich sehe mich im Spiegel immer schmäler", erzählt Huber "Heute" offen. "Ich sehe zuerst meine Schwachpunkte – da und dort geht noch mehr. Ich ziehe mich dabei aber nicht runter."

"Dann machte alles zu"

Huber ging zuletzt ganz neue Wege. Er wagte sich auf eine Skisprungschanze, trainierte mit dem dreifachen Olympia-Medaillengewinner Johannes Lamparter. Mit Biathlon-Ass Anna Gandler ging er in die Loipe und griff zum Gewehr, Skibergsteiger Paul Verbnjak testete seine Ausdauer.

Dabei bekam er hautnah mit, wie groß der Unterschied zwischen Fitness-Influencer und Spitzensportler tatsächlich ist. "Ich konnte die ersten Sekunden ansatzweise mithalten. Dann machte bei mir alles zu, schießen sie davon. Da setzte sich ihre perfekte Technik und die Ausdauer durch. Ich habe hart hineingedrückt, auf die reine Muskelkraft gesetzt."

"Jo hat eine glorreiche Zukunft"

Besonders beeindruckt zeigte er sich von Kombinierer Lamparter. "Er ist ein Naturbursch, ein Paradeathlet. Kurz bevor er auf der Schanze abhebt, verändert sich sein Blick. Er lebt das. Der Jo hat noch eine glorreiche Zukunft vor sich."

Vom Kinderzimmer zum Millionenpublikum

Hubers Karriere begann unspektakulär: im Kinderzimmer. "Ich wollte nur Trainingsvideos machen, die motivieren – ein Workout mit Mehrwert. Das ging schnell richtig durch die Decke, plötzlich war es mein Beruf. Ich wohne noch immer in einem Dorf, da bekommst du das nicht so mit, aber das Internet kommt überall hin. Fremde reagierten plötzlich wie Freunde auf mich."

Sein Ziel sei dabei immer dasselbe geblieben. "Ich will die Menschen motivieren, dass sie selbstbewusster werden, gesünder leben, im Job Gas geben, eine Freundin bekommen."

"Druck ist da"

Trotz seines Erfolgs spürt Huber den Druck der sozialen Medien. Der Influencer-Markt verändert sich ständig. "Druck ist da, das brauchen wir nicht schönreden. Es sind viele Influencer gekommen und gegangen. Man ist abhängig vom Algorithmus. Einen Plan B gibt es bei meinem Job nicht."

Huber gibt zu: "Ich habe Angst davor, nicht mehr relevant zu sein. Vielleicht muss ich daran arbeiten: Ich darf mein eigenes Glück nicht davon abhängig machen."

Gerade junge Menschen orientieren sich stark an Fitness-Influencern. Dieser Verantwortung ist sich Huber bewusst. "Wenn es hart auf hart geht, hat man mehr Einfluss als die Eltern. Ich werde öfter von Lehrern und Schulen mit dem Argument eingeladen: Auf dich hören sie."

Besonders bei sehr jungen Influencern sieht er Risiken. "Heute sind Influencer oft zehn oder zwölf Jahre alt. Da frage ich mich schon, was der Hype oder negative Kommentare mit ihnen machen. In der Findungsphase ist das schwierig. Ich wünsche jedem eine entspannte Kindheit."

Pause nach Millionen-Erfolg

Ein großer Meilenstein brachte Huber selbst an seine Grenzen. Nach dem Sprung über eine Million Abonnenten fühlte er sich leer, zog sich zurück.

"Ich kann nicht andere motivieren, wenn es mir selbst nicht gut geht. Ich habe monatelang nichts hochgeladen, weil ich am Limit war. Ich wusste nicht, wie es weitergeht. Ich hatte das Gefühl, jeder schaut auf dich, jeder erwartet was – ich machte mir selbst zu viel Druck."

Erst danach begann er, sich intensiver mit seiner eigenen Balance zu beschäftigen. "Um eine bessere innere Balance zu finden. Da geht es nicht um Work-Life-Balance. Es gibt Zeiten, wo ich Gas gebe und es gibt auch mal einen Tag, wo ich nichts mache."

Sein wichtigstes Trainingsprinzip ist dabei ein Satz, den er immer wieder betont: "Disziplin schlägt Motivation!"

"Viele sagen: Ich bin nicht gemacht für das Training. Das ist falsch. Bei mir fehlt auch die Motivation öfter. Den besten Athleten geht es so. Die Motivation ist aber nicht entscheidend, sondern mein Plan. Habe ich den, ist er nicht überfordernd und passt er zu meinem Lebensalltag, steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass ich das Training auch durchziehe. Darum geht es."

{title && {title} } mh, {title && {title} } 06.03.2026, 06:58
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