"Hat's klick gemacht"

Ski-Rekordmann tritt ab: "Das war nicht ich"

Nach 22 Weltcup-Jahren erklärt Rekordhalter Romed Baumann seinen Rücktritt - und spricht offen über Risiko, Zweifel und seine Kinder.
Sport Heute
03.03.2026, 13:56
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167 Weltcup-Abfahrten, ein Rekord für die Ewigkeit – doch am Ende war es kein Sturz, sondern ein Gefühl, das Ski-Ass Romed Baumann zum Aufhören brachte.

"Nachdem ich Olympia verpasst habe und am Fernseher einen Von Allmen oder Franzoni gesehen habe, hat’s bei mir klick gemacht", sagt er im Interview mit der "TT" offen. Vor allem eines habe ihm zu denken gegeben: die Risikobereitschaft der jungen Burschen. "Ich musste mir eingestehen, dass ich das, was diese Burschen aufführen, nicht mehr zeigen kann. Auch was das Risiko anbelangt."

"Es war nie ein Anreiz"

Zwar sei er noch einmal voll motiviert ins Training gegangen, Garmisch habe er sich als Ziel gesetzt. "Mir hat’s richtig getaugt und ich habe mir viel vorgenommen. Aber diese Gedanken hatten sich festgesetzt und ich konnte nicht mehr ans Limit gehen. Dann war klar, das war’s jetzt."

Dass er mit 167 Abfahrten seit Garmisch alleiniger Rekordhalter ist und damit den Italiener Kristian Ghedina überholt hat, sei für ihn nur eine schöne Randnotiz gewesen. "Ich hatte das überhaupt nicht auf dem Schirm. Es war nie ein Anreiz, meine Karriere deshalb hinauszuzögern."

"Hätte ich mehr gewonnen"

Drei WM-Medaillen holte Baumann für Österreich und Deutschland: Silber im Team 2011 in Garmisch, Bronze in der Kombi bei der Heim-WM 2013 in Schladming, dann nach dem Nationenwechsel Super-G-Silber als Deutscher bei der WM 2021 in Cortina.

Besonders wichtig ist ihm etwas anderes: Dass er nach 22 Jahren Weltcup einigermaßen heil geblieben ist. "Alles, was ich hatte, waren Prellungen, ein gebrochener Daumen und so. Dafür braucht es viel Glück." Er habe viel in die Vorbereitung investiert, immer auf seinen Körper gehört. "Wahrscheinlich hätte ich mehr gewonnen, wenn ich öfter über das Limit gegangen wäre. Aber das war nicht ich. Und rückblickend bin ich froh darüber."

Jetzt freut sich Baumann auf eine neue Rolle – jene als Papa im Zielraum. "Die nächsten Wochen gehören ganz besonders meinen Kindern, sie haben ja noch ein paar Skirennen."

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