Ein schwerer Sturz wurde für Skispringerin Silje Opseth ausgerechnet zum Wendepunkt ihrer Karriere. Die Norwegerin stand zuvor kurz davor, ihre Laufbahn zu beenden.
Die 26-Jährige erklärte nun im Interview mit dem norwegischen Sender NRK, dass der Unfall ihr letztlich geholfen habe. "Danach konnte ich mich etwas entspannen und zur Ruhe kommen. Ich konnte nicht mehr so trainieren wie früher und plötzlich begann sich alles zu normalisieren", sagte Opseth.
Die Athletin war im Januar 2025 in Sapporo schwer gestürzt und hatte sich dabei eine schwere Knieverletzung zugezogen. Die lange Zwangspause gab ihr jedoch Zeit, sich mit mentalen Problemen auseinanderzusetzen, die sie zuvor stark belastet hatten. Vor allem ungewollte Gewichtszunahmen machten ihr zu schaffen so sehr, dass sie sogar über ein Karriereende nachgedacht hatte.
"Mein Körper hat einfach alles gespeichert, und ich habe zugenommen, obwohl ich eigentlich Gewicht verlieren sollte", erinnerte sich Opseth. Der Sturz habe diesen Teufelskreis schließlich durchbrochen. "Das vergangene Jahr war eine Reise und ein Kampf. Am meisten Zeit hat mich jedoch gekostet, wieder Sicherheit zu finden."
Große Unterstützung bekam sie dabei aus ihrem Umfeld. Nach ihrem Umzug von Oslo nach Trondheim trainiert sie unter anderem mit Eirin Maria Kvandal sowie Johann André Forfang und Halvor Egner Granerud. "Es hilft mir, mich an diese stabile Basis zu halten. Ich weiß, dass sie hinter mir stehen egal ob es bergauf oder bergab geht", so Opseth.
In dieser Saison ist die Norwegerin wieder im Weltcup unterwegs und ging auch bei den Olympischen Spielen in Norditalien an den Start. Der Unterschied zu früher sei deutlich spürbar: "Ich fühle mich viel wohler. Der schlimmste Stress ist vorbei, und ich habe meine Freude am Leben zurückgewonnen. Mein Kopf findet langsam wieder zurück in die Spur."