Wien stellt sich auf eine immer ältere Bevölkerung ein: Die Stadt hat nun ihre erste eigene Senioren-Strategie präsentiert. Unter dem Motto "Alt genug, um jung zu sein" sollen Themen wie Wohnen, Gesundheit, Mobilität und Digitalisierung künftig noch stärker auf ältere Wiener abgestimmt werden.
Schon heute leben laut Stadt rund 450.000 Menschen über 60 Jahre in Wien – das ist mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. Bis 2040 soll der Anteil sogar auf mehr als ein Viertel steigen.
Initiiert wurde die Strategie von der Seniorenbeauftragten der Stadt Wien, Sabine Hofer-Gruber, gemeinsam mit dem Team "Wien für Senior:innen" im Fonds Soziales Wien (FSW). Ziel sei es, Wien noch altersfreundlicher zu machen.
"Senior:innen sind echte Lebensexpert:innen. Sie verfügen über wertvolles Wissen und einen reichen Erfahrungsschatz. Die erste Senior:innenstrategie einer der lebenswertesten Städte der Welt ermöglicht uns diesen Erfahrungsschatz auch in Zukunft mitzudenken und Wien generationengerecht weiterzuentwickeln", erklärt Hofer-Gruber.
Auch Gesundheitsstadtrat Peter Hacker sieht darin einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Stadt. "Altersfreundlichkeit ist für uns ein zentraler Bestandteil einer sozialen und zukunftsfitten Stadt. Mittendrin statt außen vor sollen jene Menschen, die in Wien alt werden wollen, leben können. Die neue Senior:innenstrategie zeigt, wie wir in Zukunft noch altersfreundlicher werden wollen."
Die Strategie orientiert sich am internationalen WHO-Konzept für altersfreundliche Städte. Wien ist seit 2023 als erste österreichische Stadt Teil des weltweiten WHO-Netzwerks für altersfreundliche Gemeinden.
Ein Schwerpunkt liegt künftig auch auf Digitalisierung und Bildung im Alter. Für NEOS-Generationensprecherin Arabel Bernecker-Thiel ist das entscheidend: "Bildung ist ein lebenslanger Prozess und der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben. Uns ist wichtig, die Bedürfnisse älterer Menschen fest im Blick zu behalten. Lebenslanges Lernen und digitale Souveränität spielen in der Senior:innenstrategie eine wichtige Rolle - denn die Freude, Neues zu entdecken, kennt kein Alter."
Die Stadt hat bereits konkrete Schwerpunkte bis 2028 festgelegt. 2026 soll Digitalisierung und digitale Teilhabe im Mittelpunkt stehen, 2027 das Thema "Wohnen 60+" und 2028 Vielfalt und Respekt.
Auch die Pflege spielt in den Plänen eine zentrale Rolle. Der Fonds Soziales Wien und mehr als 50 Partnerorganisationen arbeiten laut Stadt bereits an der Versorgung der Senioren von morgen.
"Bei hoher Lebensqualität möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können, ist der klare Wunsch der Wiener:innen und ein zentrales Ziel der Senior:innenstrategie sowie des FSW", betont FSW-Geschäftsführerin Susanne Winkler.