Das beste Gruppe-B-Auto ohne Allrad und Turbo

Der Opel Manta B war ein Erfolgsmodell. Eine Variante aber dürften nur die wenigsten auf der Straße gesehen haben. Sie wurde nur 245 mal gebaut.

Als Opel sich daran machte, Anfang der 1980er-Jahre ein Gruppe-B-Auto zu entwickeln, musste man nicht weit suchen. Man wählte die Technik des Rallye-Autos Ascona 400 und verpflanzte sie in den Manta. 144 PS Querstrom-Vierzylindermotor mit Leichtmetallzylinderkopf und 16 Ventilen sowie rennsporttaugliche Achskonstruktionen machten den Manta 400 zum Rallye-Basisgerät. Die Premiere erfolgte im März 1981 auf dem Genfer Autosalon.

Natürlich hatte man sich bei Opel viele Gedanken gemacht, wie man den Manta 400 möglichst konkurrenzfähig ausgestalten konnte. So wurde intensiv an der Aerodynamik gearbeitet, mit dem Ergebnis, dass der cw-Wert von 0,41 (Modell GT/E) auf 0,386 sank. Diese Verbesserung war auch nötig, denn mit den auffälligen Verbreiterungen wuchs die Querschnittsfläche deutlich. Die breiten Backen waren nötig, um gegebenenfalls auch 285er-Reifen in den Radhäusern unterzubringen.

Die Straßenversion

Der altehrwürdige Ascona 400 lebte im Rallye-Sport deutlich länger als erwartet. Walter Röhrl wurde damit schließlich 1982 Rallye-Weltmeister. Parallel versuchten die Opel-Verkäufer, die mindestens 200 Straßenversionen des neuen Manta 400 an den Mann zu bringen. Hier hatte auch noch der deutsche TÜV mitzureden und so mussten die geplanten Zusatzscheinwerfer unter den Stossfängern verschwinden.

Im Innern sah der Manta 400 fast aus wie ein GT/E, immerhin hatten die 400er-Modelle sportlich ausgeformte Recaro-Sitze an Bord. Spätestens dann aber, wenn man ihn fuhr, spürte man die Unterschiede zu den Normalmodellen.

"Sport Auto" hatte 1982 die Gelegenheit zur Testfahrt und notierte: "Dass der Opel Manta 400 ein Triebtäter ist, merkt man schnell. Alles an diesem Auto scheint direkt für den Rallye-Einsatz gebaut und entworfen, wirkt grobschlächtig. So will zum Beispiel der Schalthebel für das vergnüglich zu bedienende Fünfganggetriebe mit Nachdruck geführt werden, die Gänge selbst sind sehr gut abgestuft. Wenn sich der Manta 400 beim vollen Beschleunigen zuerst mächtig auf der Hinterhand hebt, kurz durchdreht und dann in 7,7 Sekunden auf 100 km/h schießt, wird man das Gefühl nicht los, in einem Rallye-Auto reinsten Wassers zu hocken. Vor einem rasselt der Vierventil-Motor lautstark, das Getriebe knackt in sämtlichen Zahnrädern, die Kardanwelle mahlt hörbar mit, und die Hinterachse poltert - es ist ein akustischer Horrortrip oder Musik für den Fan, ganz nach der jeweiligen Einstellung."

Beschränkter Erfolg

Die Rallye-Erfolge hielten sich in Grenzen. Die Konkurrenz war mit Allradantrieb, Mittelmotorkonzepten und Turbomotoren zu stark. Die beste Platzierung im Jahr 1983 war Jimmy McRaes dritter Rang bei der Rallye in Großbritannien, hinter zwei Audi Quattro.

Am Ende Saison zog sich das Werksteam zurück. Im Amateursport aber war der Manta 400 noch lange für vordere Platzierungen gut, was auch daran lag, dass ihn die Rallye-Fahrer sehr gerne fuhren. Und mancher hielt den Manta 400 für das beste heckgetriebene Gruppe-B-Auto ohne Turbo/Kompressor überhaupt.

Auch die Straßenautos verkauften sich nicht gerade wie frische Semmeln, und selbst heute sind sie noch deutlich günstiger als beispielsweise ein Lancia 037 Rally oder ein Peugeot 205 T16, wenn man denn einen finden kann.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster zum Opel Manta 400 gibt es auf www.zwischengas.com.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-Account red Time| Akt:
MotorsportOldtimerOpel

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen