Ein verlassener Dachboden, eine große unerfüllte Liebe – und plötzlich eine Leiche mit einem Hammer im Kopf. Klingt makaber? Genau das ist der Ausgangspunkt der neuen ORF-Komödie "Der von oben", die derzeit unter der Regie von Christopher Schier gedreht wird. In den Hauptrollen stehen unter anderem Robert Stadlober, Emily Cox und Stefanie Reinsperger vor der Kamera.
Stadlober spielt Paul, einen sympathischen Chaoten, der nach der Trennung ausgerechnet auf dem baufälligen Dachboden seiner Ex-Freundin haust – in der Hoffnung, ihr irgendwie doch noch nah zu sein. Als deren neuer Partner dort auf tragische Weise ums Leben kommt, gerät Paul unverschuldet ins Zentrum eines vermeintlichen Mordfalls. Aus Angst, niemand würde ihm glauben, trifft er eine folgenschwere Entscheidung: Er lässt die Leiche verschwinden.
Seine Figur beschreibt Stadlober als "liebenswert, verträumt, schlampig, zugewandt und verwirrt" – und erkennt dabei durchaus Gemeinsamkeiten mit sich selbst. "Es gibt schon Parallelen zu meiner Person. Die Neigung, den einfacheren Weg zu wählen und sich nicht zu überanstrengen, die kenne ich durchaus auch."
Paul sei vor allem an seiner eigenen Bequemlichkeit gescheitert. "Er war sehr zufrieden damit, dass nichts ist. Und er hat aber eine Freundin, die am Anfang, als sie Mitte 20 waren, damit auch zufrieden war, so in den Tag hineinzuleben. Jetzt will sie mehr vom Leben und daraufhin hat sie ihn nach oben verbannt."
Während Stadlobers Figur immer tiefer in ein Chaos aus Missverständnissen und Vertuschungsversuchen gerät, versucht Stefanie Reinsperger als Polizistin den rätselhaften Todesfall aufzuklären. Anders als in vielen ihrer bisherigen Ermittlerrollen darf ihre Figur diesmal aber deutlich mehr Humor zeigen.
"Ich mag, dass diese Figur etwas mehr Humor haben darf. Als Kommissarin ist die Rolle sehr streng und professionell natürlich. Diesmal tut es gut, dass man so ein bisschen humoristisch sein darf."
Mit zwei Worten beschreibt Reinsperger ihre Ermittlerin als "witzig und goschat". Gleichzeitig sei die Polizistin mit einem Fall konfrontiert, der ihre Erfahrung übersteigt. "Der Fall ist etwas größer als sie. Sie war mit dem, was in dem Haus passiert, noch nie konfrontiert."
Besonders freut sich die Schauspielerin darüber, dass im Film österreichischer Dialekt gesprochen wird. "Wir spielen auch alle im Dialekt und das taugt mir auch. Ich war jetzt zehn Jahre in Deutschland. Ich bin urfroh, dass ich wieder im Dialekt spielen darf."
Dass Komödie oft schwieriger ist als Drama, davon ist Robert Stadlober, der erst kürzlich als bester Nebendarsteller in "Vier minus drei" ausgezeichnet wurde, überzeugt. "Es gibt nichts Schlimmeres als Leute, die glauben, sie sind lustig", sagt er lachend. "Lustig sein geht nicht einfach nur so. Das hat etwas mit Timing, mit der Situation und den richtigen Leuten zu tun. Manchmal muss man auch die Texte umbauen."
Abseits des Filmsets beschäftigt den Schauspieler aber auch die Rolle von Kunst in der Gesellschaft. "Meine Sehnsucht wäre, wegzukommen von der Barriere zwischen Künstler und Publikum", erklärt er. Nicht im Sinn von Mitmachtheater, sondern als Begegnung auf Augenhöhe. Und er ergänzt: "Ich glaube, dass der Schmierstoff einer Gesellschaft Kultur ist."
Mit Emily Cox, Jonas Nay, Devid Striesow, Christian Strasser, Zeynep Buyraç, Franziska Singer, Martin Zauner und Romeo Kaltenbrunner ist "Der von oben" prominent besetzt. Die Mischung aus schwarzem Humor, skurrilen Figuren und einem tödlichen Missverständnis verspricht jedenfalls beste Unterhaltung.