Rückzug nach Druckwelle

Neues Beben im ORF! Erster Stiftungsrat schmeißt hin

Thomas Prantner legt sein Mandat im ORF-Stiftungsrat mit sofortiger Wirkung zurück. Vorausgegangen waren Diskussionen und Vorwürfe.
Newsdesk Heute
05.05.2026, 16:05
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Im ORF-Stiftungsrat kommt es zu einem unerwarteten Rücktritt: Der steirische Vertreter Thomas Prantner verlässt das Gremium mit sofortiger Wirkung. Noch in der Vorwoche hatte Prantner betont, an seinem Posten festzuhalten, obwohl mehrere Vorwürfe gegen ihn im Raum standen.

Der frühere ORF-Manager war in den vergangenen Tagen zunehmend unter Druck geraten. Es wurden Anschuldigungen über politische Interventionen bis hin zu Grenzüberschreitungen gegenüber einer Mitarbeiterin laut. Der Redaktionsausschuss des ORF hatte Prantner bereits das Misstrauen ausgesprochen.

Wie krone.at berichtet, folgte der Rücktritt nach einem weiteren Gespräch mit dem steirischen Landeshauptmann Mario Kunasek. Dieser hatte Prantner die entscheidende Frage gestellt, ob er seine Aufgabe für die Steiermark noch voll erfüllen könne.

Zusammensetzung der ORF-Gremien, bestehend aus Stiftungsrat und Publikumsrat.
APA-Images / APA-Grafik

Der ORF-Stiftungsrat

Der Stiftungsrat hat eine Stellung, die mit dem Kollegialorgan Aufsichtsrat in Aktiengesellschaften vergleichbar ist. Dieses Gremium bestellt unter anderem den Generaldirektor und auf dessen Vorschlag Direktoren und Landesdirektoren, genehmigt Budgets und Rechnungsabschlüsse. Zahlreiche Rechtsgeschäfte bedürfen seiner Zustimmung.

Dem Stiftungsrat gehören 35 Mitglieder an. Die Funktionsperiode dauert vier Jahre. Die siebente Funktionsperiode des Stiftungsrats hat mit seiner Konstituierung am 17. Juni 2025 begonnen.

Opposition forderte den Rückzug

Bereits einen Tag zuvor hatten die Spitzen der steirischen Oppositionsparteien SPÖ, Grüne, NEOS und KPÖ im Landtag Prantners Rücktritt gefordert. Sie kündigten zudem weitere Anfragen und Enthüllungen an.

Ein Gutachten im Auftrag der SPÖ kam zum Schluss, dass eine Abberufung eines Stiftungsrates grundsätzlich möglich wäre. Prantner entschied sich letztlich, sein Mandat freiwillig niederzulegen, bevor die Debatte weiter eskalierte.

Landeshauptmann fordert Vorbildwirkung

Landeshauptmann Kunasek erklärte nach dem Rücktritt, dass auch andere Stiftungsräte sich ein Beispiel an Prantner nehmen sollten. Zivil- oder strafrechtliche Verfahren gegen Prantner gebe es laut Kunasek keine.

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