Klimaschutz

Orkan-Sturm zerfetzt alles – so kahl sind unsere Berge

Die schweren Unwetter in Westösterreich haben enorme Schäden angerichtet. Experten vermuten, dass sich solche Ereignisse künftig häufen werden.

Nicolas Kubrak
Vorher-Nacher-Szenario - so rasiert ist nun dieser Berg in Tirol.
Vorher-Nacher-Szenario - so rasiert ist nun dieser Berg in Tirol.
zvg

Aufgrund der extremen Hitzewelle in Österreich wüteten in den vergangenen Tagen in vielen Bundesländern schwere Unwetter. So registrierte man etwa in Tirol am Dienstagnachmittag Sturmböen von bis zu über 160 km/h, sie hinterließen eine regelrechte Spur der Verwüstung. Abgestürzte Gondeln, weggespülte Stege und ein evakuierter Bundespräsident – all diese Ereignisse sind dem Unwetter zu verdanken.

Über 190 km/h gemessen

Doch wie ist es eigentlich zum Unwetter gekommen? Am vergangenen Dienstag habe sich in der Ostschweiz eine schwere Gewitterlinie gebildet, die aufgrund der starken Westwinde in der Höhe sehr schnell in Richtung Vorarlberg und Tirol gezogen sei. Über dem Tiroler Oberland habe sich die Gewitterfront dann extrem verstärkt und sei mit "orkanartigen" Sturmböen über Nordtirol gezogen, erklärt der Meteorologe Michele Salmi gegenüber "Heute". 

Der Wetter-Experte spricht außerdem von "extremen" und "rekordverdächtigen" Werten im Oberland, wo in Umhausen 103 km/h, oder in Haiming 113 km/h gemessen wurden. Außerdem maßen Wetterstation des LWD-Tirol in über 2000 m Höhe Böen von bis zu 150 km/h. Im Stubaital hat die Station an der Elferspitze (2142 m Höhe) sogar eine Böe von etwas mehr als 190 km/h gemessen.

Katastrophale Erdrutsche

Folglich kam es in Tirol vermehrt zu Erdrutschen, wie Videos in sozialen Medien zeigen. "Vor allem der Dominoeffekt der fallenden Bäume – jene, die am schwächsten sind, fallen auf umliegende Bäume, die in der Folge auch stürzen – sowie induzierte Erdrutsche" seien die Ursache für die entwurzelten Bäume, so Salmi. "In diesem Fall wird der Boden durch die fallenden Bäume mitgetragen und abgeschwächt. Dies führt wiederum zu einem regelrechten Erdrutsch, der weitere Bäume talwärts zum Fallen bringt."

"Wird immer häufiger vorkommen"

Laut dem Experten gebe es mehrere Zusammenhänge mit dem Klimawandel. Zum Einen nehme die Häufigkeit an Schwergewitterlagen im Alpenraum mit steigender globaler Temperatur tendenziell zu. "Die Gewitter haben einfach mehr Energie zur Verfügung und es wird immer wahrscheinlicher, dass es zu unwetterartigen Entwicklungen kommen kann." Außerdem würden sich Trockenperioden in letzter Zeit häufen, gefolgt von extrem nassen, aber eher kurzen Phasen. Dies schwäche die heimischen Baumarten, die immer empfindlicher auf Stürme und Schädlinge werden. 

Salmi hat eine beängstigende Klima-Prognose: "Rund die Hälfte der Bäume in den österreichischen Wäldern sind Fichten. Diese Baumart ist vom Klimawandel besonders betroffen. Das Zusammenspiel zwischen schwächere Wälder und steigender Unwettergefahr lässt vermuten, dass solche Ereignisse leider immer häufiger vorkommen werden."

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