Österreicher reisen wieder klassisch

Das vergangene Chaos der Reisebranche beeinflusst auch das Buchungsverhalten. Wie eine Umfrage zeigt, gehen die Trends in Richtung klassischer Reisemodelle und Nachhaltigkeit.
Wie die Daten des Ruefa-Reisekompasses, der am 10. Jänner 2019 bei der Ferienmesse in Wien präsentiert wurde, zeigen, ist die Reiselust der Österreicher ungebrochen. Für die Studie befragt das Urlaubs- und Reiseportal einmal im Jahr Österreicher nach ihren Reiseplänen und Urlaubsvorlieben. Die 1.500 Online-Interviews wurden in Kooperation mit Marketagent.com durchgeführt.



88 Prozent der Österreicher planen 2019 zumindest einmal zu verreisen. 80 Prozent verreisen zwei- bis dreimal im Jahr.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das Interesse an Fernreisen hat mit 26 Prozent weiter zugenommen. Die USA ist das beliebteste Ziel, gefolgt von Thailand, den Malediven, der Dominikanischen Republik und Australien. Die Hälfte der Österreicher legt den Urlaub in die Nebensaison. Das Urlaubsbudget von dreiviertel der Österreicher beträgt ca. 1.500 Euro pro Person.



Städtereisen werden immer populärer. 57 Prozent planen 2019 eine europäische Stadt zu besuchen. Die beliebtesten Ziele in Europa sind Amsterdam, London, Berlin, Barcelona und Hamburg. International führt New York vor Dubai, San Francisco, Bangkok, Miami und Tokio die Liste der Metropolen an.

Wichtigstes Reise-Kriterium ist der Preis. Klima, Ruhe, die Auszeit und Zeit mit Freunden und Familie folgen im Ranking.

73 Prozent möchten in Österreich urlauben, bevorzugt in einer Thermenregion, an einem See oder in den Bergen. Beliebtestes Bundesland ist mit Abstand die Steiermark, gefolgt von Salzburg und Kärnten.



Kreuzfahrten haben sich etabliert. Expeditions- und Segelschiffe liegen im Trend. Jeder fünfte Österreicher hat schon einmal eine Kreuzfahrt unternommen, 44 Prozent planen eine zu machen.

Buchungskriterien sind die Route, der Preis, die Landgänge, Ausflugsmöglichkeiten sowie die Verpflegung an Bord. Das Mittelmeer ist nach wie vor das beliebteste Kreuzfahrtrevier. 13 Prozent haben aber auch schon eine Flusskreuzfahrt gemacht.

"Wir merken, dass das Interesse an Flusskreuzfahrten in den letzten Jahren deutlich zugelegt hat (...) und wir verzeichnen in diesem Segment ein Umsatzplus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr," so Krahl.



Deutlich spürbar ist auch ein Trend zu gefestigtem Verhalten. Frühbuchen ist angesagt wie nie und Pauschalreisen erleben ein Revival. Von zwei Drittel der Österreicher wird Reisen auch wieder bevorzugt als Gesamtpaket gebucht. Dieser Trend steht vermutlich in engem Zusammenhang mit den Problemen im Flugverkehr der letzten Jahre, sowie mit dem neuen Pauschalreisegesetz, das Reisenden eine noch bessere rechtliche Absicherung bietet.



Österreicher buchen immer bewusster. Dreiviertel der Österreicher hatten schon einmal mit Reiseärgernissen zu kämpfen. Zu den häufigsten Unannehmlichkeiten im Urlaub zählen Probleme mit der Unterkunft sowie Flugausfälle, - verspätungen oder Überbuchungen.

"2018 war ein äußerst schwieriges Jahr, aber wir sind guter Dinge, dass sich die strukturellen Probleme in den internationalen Flugplänen 2019 nicht mehr wiederholen werden, so ist Walter Krahl für das kommende Jahr optimistisch. Um bei Problemen Hilfe zu erhalten, buchen Österreicher wieder vermehrt im Reisebüro. "2019 wird ganz im Zeichen der Fusion von Offline und Online Service stehen," so Helga Freund, Geschäftsführerin von Ruefa.



Nachhaltigkeit und das Megathema „Overtourism" beeinflussen zunehmend das Reiseverhalten. 58 Prozent der Österreicher halten Nachhaltigkeit im Urlaub für wichtig, vor allem den respektvollen Umgang mit der lokalen Bevölkerung und den Schutz der Flora und Fauna. 67 Prozent wünschen sich nachhaltige Reiseangebote und 54 Prozent würden auch mehr dafür zahlen.

Zwei Drittel der Österreicher vermeiden überlaufene Destinationen. 29 Prozent geben an „Overtourism" schon einmal erlebt zu haben. Dazu zählen überfüllte Plätze und Strände, der Eindruck nur noch andere Touristen zu sehen, lange Wartezeiten bei Sehenswürdigkeiten und den Verlust des lokalen Flairs. Dieses Phänomen betrifft vor allem den Städtetourismus.



Ohne finanzielle und zeitliche Einschränkungen würden fast alle gerne die Welt bereisen. Die Traumziele sind Fernreise-Klassiker wie die Malediven, die USA, Australien und Neuseeland, wie der Wunsch nach einer Weltreise. Für wundervolle Reisemomente muss man aber nicht in die Ferne. Gemeinsame Erlebnisse mit Familie und Freunden bei einem Aufenthalt an einem näheren Meer bieten laut Umfrage die schönsten Urlaubserinnerungen. "In Europa gibt es so viele wunderschöne Städte. Es müssen nicht immer die bekannten sein," empfiehlt Helga Freund.

(GA)

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