Die Anzeige eines Diebstahls von Schmuck in einem Seniorenheim im Bezirk Leoben brachte den Fall Ende April ins Rollen. Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, dürften die zunächst unbekannten Täter es gezielt auf Senioren- bzw. Pflegeheimen, vor allem in der Obersteiermark, aber auch in den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld und Südoststeiermark sowie in Niederösterreich abgesehen haben. Dort durchwühlten sie wahllos diverse Zimmer nach Wertgegenständen und Bargeld.
Als wäre der Diebstahl an sich nicht schon schäbig genug: Die Opfer waren fast ausschließlich im Alter zwischen 82 und 95 Jahren, teilweise an Demenz erkrankt und auf Rollstühle angewiesen. "Dadurch waren sie wehrlos und zum Widerstand unfähig", meldet die steirische Polizei.
Diese hatte sich den Serientätern schon an die Fersen geheftet. Dass auch noch zwei Opfer durch das Entreißen von Schmuck leicht verletzt wurden, brachte auch die Kriminalisten des Landeskriminalamts Steiermark, Ermittlungsbereich Raubdelikte, auf den Plan.
Es wurden internationale Ermittlungen nach den zu diesem Zeitpunkt unbekannten Tätern eingeleitet. Aufgrund eines Hinweises aus Deutschland konnte die Identität der Verdächtigen festgestellt und gezielt nach diesen gefahndet werden.
Die beiden Verdächtigen konnten schließlich am 11. Juni 2026 im Bezirk Baden (NÖ) festgenommen werden. Bei der Festnahme stellten die Polizisten eine Goldhalskette, einen Brillantring sowie einen vierstelligen Bargeldbetrag sicher, die von diversen Diebstählen stammen dürften.
Die beiden Verdächtigen wurden in die Justizanstalt Leoben eingeliefert. Bei der Einvernahme zeigte sich die 29-Jährige umfassend geständig, der 38-Jährige verweigerte die Aussage.
Weitere – auch internationale – Ermittlungen nach weiteren Tatorten laufen. Mögliche Opfer oder deren Betreuer werden ersucht, sich mit dem Landeskriminalamt Steiermark unter der Telefonnummer 059133/60 3333 in Verbindung zu setzen.