2008 holte Rapid den bisher letzten Meistertitel. Den Weg dorthin ebnete der fulminante 7:0-Erfolg bei Favorit Salzburg am Ostersonntag mit Trainer Peter Pacult. 18 Jahre später können die Hütteldorfer mit einem Sieg im Heimspiel gegen Spitzenreiter Sturm Graz am Sonntag die Tabellenspitze erobern. Und danach auch den Titel holen?
Pacult ist vorsichtig: "Die Meisterschaft heuer ist spannend wie nie. Fünf Teams, mit Abstrichen auch noch der Sechste, Hartberg, könnten am Ende den Titel holen. Es gibt in keinem Spiel einen Favoriten, alles ist möglich", sagt er.
Parallelen zu seinem Meisterstück sieht der "Heute"-Experte aktuell nicht viele. "Wir hatten damals vor der Saison einen großen Umbruch, den ich wollte. Die Legionäre, darunter der echte Glücksgriff Heikkinen, haben dann voll eingeschlagen, die Mannschaft war im Frühjahr nicht zu stoppen. Das 7:0 gegen Salzburg war der Dosenöffner zum Meistertitel."
Und heuer? "Für Rapid spricht das Selbstvertrauen durch die letzten drei Siege – und der Kader, der in der Breite der stärkste der Liga ist. Von der Bank ist immer etwas möglich. Und der Trainer hatte jetzt auch Zeit, neue Dinge einzuüben."
Was spricht für die Austria? "Die Mischung aus Erfahrung und Jugend. Dazu haben sie mit Eggestein einen Unterschiedspieler, der schwer zu bespielen ist. Er bewegt sich zwischen den Linien, ist dann aber da, wenn es gefährlich wird. Auch die Mittelfeldspieler sind für Tore gut. Diese Qualität sehe ich etwa bei Salzburg nicht. Dort gab es zuletzt zu viele Trainerwechsel, keine Zeit, ein System zu festigen. Aber abschreiben darf man sie nicht."
Wie auch nicht den LASK und Sturm. "Die Linzer haben nach Rapid den breitesten Kader, viel Qualität. Die Grazer haben nach dem Umbruch Probleme, sind aber Erster. Entscheidend wird sein, ob Kiteishvili fit bleibt."