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Palästinenser-Botschafter gibt jetzt Israel die Schuld

Im Gazastreifen steht eine große Bodenoffensive bevor. Der Palästinenser-Chef in Österreich sieht Israel als Auslöser des Kriegs.
Newsdesk Heute
13.10.2023, 08:11
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Alles deutet auf die große Bodenoffensive und einen neuen Krieg im Nahen Osten hin. Israel hat eine Evakuierung des nördlichen Teils des Gazastreifens angeordnet. Das Militär habe den Vereinten Nationen mitgeteilt, dass die Region mit 1,1 Millionen Einwohnern binnen 24 Stunden geräumt werden solle.

Als Reaktion auf den terroristischen Überfall der Hamas aus Gaza heraus wurde im Vorfeld das massive Bombardement des dicht besiedelten Gebietes, in dem eine unklare Zahl an israelischen Geiseln festgehalten wird, fortgesetzt. Auch auf Israel fliegen immer noch Raketen. Unterdessen wurden bekannt, dass mittlerweile drei Österreich von den radikalen Islamisten getötet wurden.

Palästinenser-Chef im ORF-Interview

Die Zivilbevölkerung in dem von Israel hermetisch abgeriegelten Küstenstreifen um Gaza steckt am siebten Tag nach dem Hamas-Massaker an Israelis in einer immer aussichtsloseren Lage. Im "Ö1-Morgenjournal" war dazu auch Salah Abdel Shafi, Vertreter der Palästinenser in Österreich, zu Gast.

Er hält einleitend zwar fest, dass der Staat Palästina Angriffe auf Zivilisten "von jeder Seite" ablehne, Israel seinem Volk aber seit 56 Jahren die Freiheit geraubt habe. Er ergänzt mit der nicht belegten Behauptung, Israel begehe "tagtäglich" Kriegsverbrechen.

Israel habe angefangen

Dass zivile Bevölkerung aktuell in Mitleidenschaft gezogen werde, gehe nicht in Ordnung, doch Israel gehe nun einmal "ohne Rücksicht" vor. Die Regeln für den Krieg seien nicht durch den Terrorangriff der Hamas, sondern zuvor von Israel gebrochen worden.

Zu einem klaren Verurteilen des Terrors will er sich trotzdem nicht bewegen lassen, holt stattdessen zum Angriff auf den Interviewpartner aus: "Das ist das erste Mal seit 10 Jahren, dass der ORF mich interviewt. Niemals haben Sie einen israelischen Botschafter gefragt, ob er die Angriffe auf Zivilisten verurteilt."

"Das ist Doppelmoral"

Trotzdem: "Dieser Konflikt ist nicht mit Gewalt zu lösen. Es braucht eine politische Lösung", fordert der Palästinenser-Chef. Diese müsse so aussehen, dass Israel seine "Besatzung" beendet und Palästinenser neben einem Staat Israel in Frieden leben können.

Danach holt er zu einem kuriosen Vergleich aus. Im Westen und in Medien werde der ukrainische Widerstand gegen Russland bewundert, bei den Palästinensern sei das hingegen Terror. "Das ist Doppelmoral", findet der Botschafter. Was es jetzt brauche, sei ein humanitärer Korridor, durch den Wasser, Strom und medizinisches Gerät hinein und Verletze hinaus können. Zweitens brauche es eine sofortige Waffenruhe.

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