Am Freitag heulen die neuen Formel-1-Motoren endlich auf. In der Motorsport-"Königsklasse" steht der Saisonstart in Melbourne vor der Tür. Und damit auch eine komplett neue Ära. Denn die Formel 1 verabschiedete sich vom Ground Effect, künftig gibt es sich automatisch verstellende Flügel. Und einen komplett neuen Motor, der rund die Hälfte der Energie, also knapp 500 PS, elektrisch erzeugt.
Einer der größten Kritiker des neuen Regelwerks in der Formel 1 ist Vierfach-Champion Max Verstappen. Der hatte schon nach den ersten Testrunden von "Formel E auf Steroiden" und von "Anti-Rennfahren" gesprochen. Aussagen, die die Unzufriedenheit des Niederländers mit dem neuen Regelwerk klarmachen. Verstappen hatte stets betont, nicht bis ins hohe Rennfahreralter in der Formel 1 bleiben zu wollen. Sein Verbleib hänge auch vom Spaßfaktor des Rennfahrens ab.
Dass es der Sieger von 71 Formel-1-Rennen durchaus ernst nimmt, zeigte die präzise Vorbereitung von Verstappen. Er testete im Simulator, fand dabei heraus, dass der Motor stärker rekuperiert, wenn man in langsamen Kurven bis in den ersten Gang hinunter schaltet. "Max hat darüber schon vor zwei oder drei Jahren gesprochen. Er hat das auf Daten gesehen und sie haben ihn ausgelacht, die sagten, Max sei einfach negativ", erzählte Papa Jos Verstappen gegenüber "Viaplay", dass der Vierfach-Champion schon früh seine Ablehnung gegen das neue Regelwerk geäußert hatte.
"Jetzt, wo die Regeln da sind, kann es jeder sehen. Man sollte den Fahrern ein bisschen mehr zuhören, aber das tun sie nicht", so der ehemalige Formel-1-Fahrer.
Die Formel-1-Piloten haben während der Testfahrten Probleme beim Startverhalten der neuen Boliden und bei Rad-an-Rad-Duellen angesprochen. "Ich verstehe, dass Fahrer nicht über alles entscheiden sollten. Aber wenn es zumindest um logische Dinge beim Rennfahren geht... Wir können zumindest in den Simulator steigen und es testen. Dann findet man heraus, was nicht gut läuft", erklärte Red-Bull-Star Max Verstappen jüngst. "Die Formel 1 oder die FIA verstehen manchmal nicht, wie wichtig ein Fahrer bei Entscheidungen sein kann", so der 28-Jährige.