Erste Enzyklika von Leo XIV.

Papst warnt Welt: KI muss "entwaffnet" werden

Das Kirchenoberhaupt fordert einen Ethik-Kodex für Künstliche Intelligenz und kritisiert scharf autonome Waffensysteme sowie Tech-Milliardäre.
Technik Heute
25.05.2026, 22:07
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In seiner ersten Enzyklika mit dem Titel "Humanitas" nimmt Papst Leo XIV. zu Künstlicher Intelligenz Stellung. Das mehr als 100 Seiten lange Lehrschreiben gilt als eine Art Regierungserklärung für sein Pontifikat.

Der erste US-amerikanische Papst betont zwar, dass KI vielfach eine "wertvolle Hilfe" sein könne. Doch vor allem warnt er vor deren Risiken - beispielsweise, dass nur wenige Mächtige davon profitieren.

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"Kleine, sehr einflussreiche Gruppen können Informationen und Konsum lenken, demokratische Prozesse bestimmen und die wirtschaftliche Dynamik beeinflussen", heißt es in dem Schreiben, wie heise.de berichtet. Deshalb sei ein "Ethik-Kodex" unbedingt nötig.

Scharfe Kritik an KI-Waffen

Besonders kritisch äußerte sich Leo über KI in Konflikten. Mit autonomen Waffensystemen seien Kriege "durchführbarer" gemacht worden. Die KI müsse "entwaffnet" werden - Maschinen dürfen niemals allein über Leben und Tod entscheiden.

Bei der Vorstellung im Vatikan war auch Chris Olah anwesend, Mitgründer des KI-Konzerns Anthropic. Das Unternehmen liegt im Streit mit US-Präsident Donald Trump, weil es seine KI-Modelle nicht für autonome Waffen zur Verfügung stellen will.

Warnung vor Fake News

Der Pontifex mahnte auch: "Bleiben wir der Wahrheit treu!" Bei den "unaufhörlichen Flüssen von Informationen" würden viele Fake News verbreitet. Zudem warnte Leo vor "neuen Formen der Sklaverei" in der Arbeitswelt - etwa in Rechenzentren oder bei der Smartphone-Herstellung.

Die Enzyklika trägt das Datum 15. Mai - genau 135 Jahre, nachdem sein Namensvorgänger Leo XIII. mit "Rerum novarum" die Grundlagen für die katholische Soziallehre schuf. Leo XIV. ist mit 70 Jahren verhältnismäßig jung und Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken weltweit.

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