Nach der "Freien Republik Wien" 2024 und der "Republik der Liebe" im Vorjahr, hat Milo Rau, Intendant der Wiener Festwochen, heuer die "Republic of Gods" ausgerufen. Von 15. Mai bis 21. Juni stehen zum 75. Jubiläum insgesamt 35 internationale Produktionen und rund 170 Vorstellungen an Schauplätzen in ganz Wien auf dem Programm.
Offizieller Auftakt des Crossover-Festivals ist die traditionell vom ORF übertragene Festwochen-Eröffnung am 22. Mai (ab 22.35 Uhr, ORF2 und 3sat). Diese findet diesmal ESC-bedingt erstmals am Heldenplatz und nicht am Rathausplatz statt, wo derzeit noch das Eurovision Village abgebaut wird.
Am 20. Mai wurde das Programm des großen Openings vorgestellt – direkt am Heldenplatz. Neben Festwochen-Intendant Rau freut sich auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler auf die Jubiläumsfeier, die weit über die Stadtgrenzen hinaus strahlen soll und "das Fenster zur Welt öffnen" wird. Wenn es nach ORF-Kulturchef Martin Traxl geht, könnte die geschichtsträchtige Location "bald HeldInnenplatz heißen und mit der Kunst diesen Platz zurückholen und neue Perspektiven ermöglichen."
Im Mittelpunkt der Eröffnungs-Show steht eine echte Musik-Ikone: Patti Smith, die nicht zum ersten Mal das Festival beehrt. Die "Godmother of Punk" tritt gemeinsam mit der neu gegründeten Festwochen-Band "Gods Republic" und dem Schmusechor auf. Gospel trifft auf Punk, Klassik auf Schlager, Hochkultur auf Pop. Die Festwochen nennen das "schamlosen Synkretismus", also ein lustvolles Zusammenführen von Dingen, die auf den ersten Blick gar nicht zusammenpassen.
So wird auch Braco auftreten, der selbsternannte "Heiler mit dem gebenden Blick", der schweigend die Menge beglücken soll. Der Kroate selbst lässt auf seiner Webseite über den bevorstehenden Auftritt zur Festwochen-Eröffnung wissen, es sei "ein Moment der Stille bei einem der expressivsten und lautesten Open-Air-Festivals Europas".
Wer dann wieder mehr Lust auf Musik hat, wird mit Cari Cari, NENDA, Lara Hulo, Witch Club Satan, Countertenor Steve Katona und Marichka Shtyrbulova vom Kiewer Kollektiv Opera Aperta auf seine Kosten kommen. Schon bei der Programmpräsentation gab Hulo ihren bewegenden Song "Für Änni" zum Besten – Traxl hielt ihr dabei das Mikrofon.
Am 22. Mai will sie eine neue Wien-Hymne präsentieren, die für das Festival geschrieben wurde. Günter Roiss vom WITAF – Verein im Dienste der Gehörlosen, der die Veranstaltung auch heuer wieder für gehörlose und hörbehinderte Menschen interpretieren wird.