"Mehr Eigenverantwortung"

Pernkopf fordert bei Bauerntag "Trendumkehr"

In Wieselburg kam es zu einer Kundgebung von über 1.000 Bauernbündlerinnen und Bauernbündlern, Fahnen und Marschmusik.
Niederösterreich Heute
31.05.2026, 14:13
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Bauernbundobmann LH-Stv. Dr. Stephan Pernkopf lud, anlässlich des 120-jährigen Bestandsjubiläums des NÖ Bauernbunds, zum Bauerntag auf die Wieselburger Messe. Pernkopf betonte dabei das 120-jährige Bestehen des NÖ Bauernbunds als klaren Auftrag, Führungsstärke zu zeigen.

In Richtung Lebensmittelimporte nach Österreich und fremde Produktionsstandards wurde Pernkopf deutlich. "Wir brauchen eine Kurskorrektur hin zu mehr Eigenverantwortung und Vertrauen statt immer mehr Regeln und Kontrollen. Gleiches Recht für alle heißt auch gleiche Produktionsstandards für alle. Die logische Konsequenz: Importstopp für alle Produkte, die das nicht erfüllen", so Pernkopf kämpferisch. Ebenso forderte Bauernbundobmann LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf in seiner Festrede eine Trendumkehr in Land und Bund, "um das Leben wieder leichter zu machen und das Land wieder an die Spitze zu bringen". Auch einen Appell in Richtung Zukunft gab er aus. "Ziel der Volkspartei muss es sein, Wahlen höchstmöglich zu gewinnen, nicht so wenig wie möglich zu verlieren", so Pernkopf.

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Stocker und Mikl-Leitner dabei

Gemeinsam mit ranghohen politischen Vertretern aus Bund und Land, angeführt von Bundeskanzler Christian Stocker und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, wurden nicht nur agrarpolitische Eisen bearbeitet, sondern auch Zukunftspläne des NÖ Bauernbundes geschmiedet.

Bundeskanzler Christian Stocker bekräftigte das Nein der Volkspartei zu eigentumsfeindlichen Steuern. "Leistung darf nicht bestraft werden, deshalb gibt es mit uns keine Vermögenssteuern", so Stocker.

Stocker: "Eines kann nicht sein"

In Richtung Produktionsstandards hielt Kanzler Stocker fest: "Eines kann nicht sein: Dass wir die Produktion in Österreich mit immer höheren Standards erschweren und gleichzeitig Produkte, die nicht nach unseren hohen Standards produziert wurden, zu niedrigeren Preisen mit unseren konkurrieren. Gerade als ÖVP braucht es deshalb aus meiner Sicht ein klares Bekenntnis zu Freihandel, aber gleichzeitig auch eine klare Transparenz, damit die Menschen selbst entscheiden können, dass sie unsere hochqualitativen Produkte kaufen." Auch in schwierigen Zeiten brauche es Mut und Zuversicht in unserem Land und bei den Menschen, betonte der Kanzler unter Applaus.

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte: "Unsere Bäuerinnen und Bauern sind das Rückgrat unserer Heimat. Gerade in herausfordernden Zeiten brauchen sie nicht nur Anerkennung und Respekt, sondern auch faire Rahmenbedingungen, Planungssicherheit und eine starke politische Stimme. Und diese starke Stimme ist seit mittlerweile 120 Jahren der Niederösterreichische Bauernbund. Vor allem jetzt, angesichts der anhaltenden Trockenheit und Wetterextreme braucht die Landwirtschaft auch entsprechende Rahmenbedingungen und Unterstützung durch die Politik. Deshalb haben wir massiv in landwirtschaftliche Bewässerungsprojekte investiert und werden das auch weiter tun, besonders im Osten unseres Landes. Wir tun alles, um unsere Landwirtschaft widerstandsfähiger zu machen."

Fixprogramm für "ganze bäuerliche Familie"

Den Rahmen für den NÖ Bauerntag gestaltete ein Festzug durch das Messegelände, der traditionelle Einzug der Bauernbundfahnen aus den Bezirken sowie der anschließende Frühschoppen. Auch für die Jüngsten war viel dabei, so etwa der Stationenbetrieb "Landwirtschaft begreifen", eine Hüpfburg sowie Kinderschminken machten den Bauerntag zu einem Treffpunkt für "die ganze bäuerliche Familie", wie es heißt.

Blick in die Geschichte

Seit seiner Gründung am 24. Juni 1906 ist der NÖ Bauernbund "die starke Stimme für die heimischen Bäuerinnen und Bauern und den ländlichen Raum. Aus dem Bauernbund heraus, der damit auch um rund 40 Jahre älter als die Volkspartei in Land und Bund ist, haben zahlreiche bedeutende Politpersönlichkeiten und Staatsmänner wie Leopold Figl, Andreas Maurer oder Erwin Pröll das Land und unsere Republik maßgeblich geprägt und nach vorne gebracht. Heute zählt die Organisation rund 100.000 Mitglieder, ist damit eine der größten politischen Organisationen des Landes und lebt einen stetigen Austausch mit den Mitgliedern. Bei der NÖ Landwirtschaftskammerwahl 2025 erreichte der NÖ Bauernbund als agrarpolitische Interessenvertretung mit 82 Prozent das bundesweit beste Ergebnis aller Kammerwahlen in Österreich", heißt es in einer Aussendung.

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