Journalist mit neuem Sachbuch

Aufgedeckt – wie das Asylwesen ausgehebelt wird

In seinem dritten politischen Sachbuch deckt der Journalist und Jurist Gernot Rohrhofer Missstände im österreichischen Asylwesen auf.
Niederösterreich Heute
31.05.2026, 13:24
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Für seine Recherchen konnte Gernot Rohrhofer, wohnhaft in NÖ, 11.500 Dokumente aus einem Wiener Asylverein einsehen. "Die Unterlagen legen Absprachen mit Asylrichtern, Botschaftsmitarbeitern und Sachverständigen nahe, aber auch, wie Asylbehörden über Jahre hinweg an der Nase herumgeführt, Verfahren mutwillig in die Länge gezogen und Flüchtlinge möglicherweise falsch beraten wurden", so Rohrhofer zu seinem neuen Werk.

Die Liste der Vorwürfe ist lang und betreffen unter anderem gefälschte Dokumente, Geburtsdaten oder Namen, Behördentermine, die absichtlich versäumt wurden, Asylwerber, die drei-, vier- oder fünfmal verurteilt wurden, Flüchtlinge, die trotz Abschiebung wieder nach Österreich einreisten, geflüchtete Männer, die in Österreich heiraten wollten, aber noch in anderen Ländern verheiratet waren.

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Auch sexuelle Orientierung ein Thema

Ebenso ist die sexuelle Orientierung ein Thema: Erst im April 2026 deckten Investigativjournalisten der BBC auf, dass Juristen und Berater Flüchtlingen halfen, in Großbritannien an Asyl zu kommen, indem sie vortäuschten, homosexuell zu sein. Eine Praxis, die möglicherweise auch in Österreich betrieben wurde. Rohrhofer veröffentlicht in seinem Buch entsprechende Beispiele.

Darüber hinaus befasst er sich mit möglichen Missständen an Österreichs größtem Gericht, dem Bundesverwaltungsgericht (BVwG) und seinen Außenstellen in Graz, Innsbruck und Linz, wo über Beschwerden im Asylsachen entschieden wird. 2024 machten die Bereiche Fremdenwesen und Asyl 70,7 Prozent aller neu eingegangenen Rechtssachen aus.

"Machtmissbrauch, Mobbing, Willkür"

Rohrhofers Recherchen betreffen die Themen Machtmissbrauch, Mobbings und Willkür. In Innsbruck wurde das Zimmer eines Asylrichters 184 Stunden heimlich durchsucht – wenige Monate zuvor erstattete der Jurist eine brisante Anzeige an die WKStA.

Mittlerweile beschäftigt sich auch die Staatsanwalt Innsbruck mit den Vorgängen am Bundesverwaltungsgericht: Gegen rund zwei Dutzend Mitarbeiter werde laut Rohrhofer wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs ermittelt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Für sein Buch interviewte Rohrhofer Betroffene, aber auch Richter und Sachverständige, die nach wie vor im Asylbereich tätig sind. "Im Namen der Republik" ist im Seifert Verlag erschienen und ab Ende Mai erhältlich: https://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/A1079570065

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