Pfeil traf Polizist in Schulter, so erlebte er Anschlag

Rigoberto Villaroel stellte das Leben anderer über sein eigenes.
Rigoberto Villaroel stellte das Leben anderer über sein eigenes.Screenshot Facebook
Polizist Roberto Villaroel ist ein Held: Beim Norwegen-Terrorakt rettete er mehrere Menschen - trotz eines Pfeils, der ihm in der Schulter steckte. 

Ein Polizist, der zum Zeitpunkt der tödlichen Attackeim norwegischen Kongsberg nicht im Dienst war, wird nun als Held gefeiert: Obwohl er selbst von einem Projektil getroffen wurde und ein Pfeil in seiner Schulter steckte, kümmerte er sich um andere Menschen, die im Supermarkt in Gefahr waren. Gegenüber dem britischen "Telegraph" erzählt Rigoberto Villaroel (48), wie er die Tat erlebte.

"Ich sah ihn mit seinem Bogen im Laden stehen und wie er begann, um sich zu schiessen. Ich rief sofort meine Kollegen auf der Wache an und sagte den Umstehenden, sie sollten losrennen." – Polizist Rigoberto Villaroel

"Ich sah ihn mit seinem Bogen im Laden stehen und wie er begann, um sich zu schiessen. Ich rief sofort meine Kollegen auf der Wache an und sagte den Umstehenden, sie sollten losrennen", erzählt Villaroel nach seiner Entlassung aus dem Spital am Freitag. "Während ich noch am Telefon war, drehte ich mich weg und der Attentäter schoss mir in den Rücken." Statt sich selbst ausserhalb des Supermarktes in Sicherheit zu bringen, blieb Villaroel vor Ort und warnte weitere Personen vor der Gefahr, bis die Polizei eintraf. Der Pfeil war laut der "Bild"-Zeitung neun Zentimeter tief in seinen Rücken eingedrungen, er konnte danach aber bald aus dem Spital entlassen werden.

Den Freitagabend verbrachte der fünffache Vater Villaroel mit seiner Familie und feierte die Tatsache, dass er noch am Leben war: "Meine Kinder bekamen in den Nachrichten mit, dass ich verletzt worden war. Es war unglaublich hart für sie." Es sei ein seltsames Gefühl, sich über sein eigenes Leben zu freuen, während man über den Tod von anderen trauere.

"Er hat mir das Leben gerettet"

Auch Markus Alexander Kultima war im Supermarkt, als Espen B. seinen Amoklauf startete. Der 23-Jährige berichtet: "Ich hatte meine Kopfhörer auf, als ein Mann auf mich zukam. Er sagte mir, ich solle nach Hause gehen und drinnen bleiben." Sichtlich geschockt vom Erlebten fährt er fort: "Als ich an ihm vorbei lief, sah ich einen Pfeil aus seinem Rücken ragen." Die paar Meter von dort, wo er auf Villaroel traf, bis zum Ausgang seien ihm wie eine enorme Strecke vorgekommen. "Ich denke, er ist ein Held", sagt er über den mutigen Polizisten. "Er hat mir das Leben gerettet." Ein weiterer Anwohner, der oberhalb des Supermarktes wohnt, bestätigt: "Der Polizist rannte auf mich zu und rief: "Sie müssen wegrennen, schnell weg! Da ist ein Mann, der Menschen angreift!"

Polizeichef Per Thomas Omholt sagte gegenüber dem "Telegraph", es sei selten, dass in so einem Fall ein Polizist zum Opfer werde. "Was wir sagen können ist, dass er einen großartigen Job machte und vielen Leuten aus dem Laden half, als der Angriff stattfand."

Der Terrorist tötete bei dem Anschlag am Freitag fünf Menschen mit Pfeil und Bogen.

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