Wien

17 Grad! Hausverwaltung ließ kranke Seniorin frieren

Weil sich die Hausverwaltung weigerte die Heizung aufzudrehen, musste die bettlägerige Frau tagelang in ihrer Wohnung in Favoriten frieren. 

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Erich Kopecky (56) kämpfte mit Hausverwaltung, damit seine Mutter Gertrude (81) in ihrer Wohnung nicht mehr frieren muss.
Erich Kopecky (56) kämpfte mit Hausverwaltung, damit seine Mutter Gertrude (81) in ihrer Wohnung nicht mehr frieren muss.
Helmut Graf

Gertrude Kopecky (81) lebt in der Fernkorngasse 44 (Favoriten) und ist 24 Stunden auf Hilfe angewiesen. Am 27. August hatte es in ihrer Wohnung gerade mal 17 Grad, ihre Körpertemperatur betrug nur mehr 35 Grad. Ihr Sohn Erich (56) bittet mehrere Tage die Hausverwaltung, die Zentralheizung im Haus wieder in Betrieb zu nehmen – ohne Erfolg. Die Begründung: die Wettervorhersage. "Man sagte mir, nächste Woche käme eh spätsommerliches Wetter, da braucht man keine Heizung. Wen interessiert was nächste Woche ist, wenn man in einer eiskalten Wohnung liegt?", schäumt Erich.

Medienberichte als Druckmittel

Erichs Mutter kann nach einer Operation im Dezember weder aufstehen, noch ihre Arme bewegen.Von der Pflegerin abgedeckt und gewaschen zu werden, wurde für die 81-Jährige zu einer eiskalten Prozedur. "Wenn die Nächte schon so kalt sind, brauche ich nicht auf‘s Datum zu schauen, sondern auf‘s Thermometer", so Erich. Erst als er der Hausverwaltung mit den Medien gedroht hätte, soll es zum Einlenken gekommen sein. Noch in der Nacht wurde die Heizung aktiviert und die Wohnung endlich warm.

Höhere Betriebskosten für Mieter

Auf Anfrage von "Heute" erklärt die zuständige Hausverwaltung Gesiba: "Wir nehmen Beschwerden sehr ernst, wenn es in Wohnungen schon kühl ist. Es kann aber auch Unverständnis bei anderen Mietern hervorrufen, wenn wir im August die Heizungen aktivieren", so ein Sprecher.

Zwar könne jeder Mieter seine Heizkörper selbst regeln, dennoch würden die Gänge warm, was wiederum mehr Betriebskosten für alle verursache. Man hätte aber Verständnis für die schwierige Situation: "Wir verstehen das Problem und wollen, dass sich unsere Mieter wohlfühlen, vor allem die älteren", erklärt die Hausverwaltung.

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