Pfleger fliehen, lassen Senioren zum Sterben zurück

Schaurige Szenen in Spanien: Soldaten stießen bei der Desinfektion von mehreren Altenheimen auf Leichen ihrer Bewohner. Sie waren offenbar von ihren Pflegern zurückgelassen worden.
Spanien gehört neben Italien und Deutschland zu den von der Corona-Pandemie am schwersten getroffenen Ländern Europas. Aktuell (24. März, 7 Uhr) werden aus Spanien 35.136 Corona-Patienten gemeldet, für 2.311 Menschen endete die Lungenkrankheit Covid-19 bereits tödlich. Alle sechs Minuten wird in Madrid ein Toter aus einem Krankenzimmer getragen.

In der spanischen Hauptstadt sind die Intensivstationen der Spitäler bereits jetzt schon hoffnungslos überfüllt. Schockierende Videos zeigen Corona-Patienten, die seit 30 Stunden auf Stühlen darauf warten, behandelt zu werden. Andere liegen notdürftig auf weißen Laken im Gang, überall hört man Menschen husten.

Soldaten fanden Tote in Altenheimen



CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Nicht nur in den Krankenhäusern ist die Lage dramatisch, auch in den Seniorenheimen hinterlässt die Pandemie grausige Spuren. So wurden bei der Desinfektion mehrerer Residenzen durch das Militär sich selbst überlassene Bewohner und auch Leichen in ihren Betten entdeckt. Diese dürften dort bereits länger unentdeckt gelegen haben. Vom Pflegepersonal fehlte teils jede Spur.

Die spanische Regierung werde gegen die Verantwortlichen in den Heimen "unerbittlich vorgehen", wetterte Verteidigungsministerin Margarita Robles in einem Interview mit dem TV-Sender Tele5. Auch Gesundheitsminister Salvador Illa betonte, dass der Kampf gegen die Ausbreitung des Virus in Seniorenheimen eine "absolute Priorität" habe. Die Lage in den Residenzen solle nun intensiv überwacht werden.

Katastrophale Zustände in Pflegeheimen



Vergangene Woche hatten Todesmeldungen aus zwei Seniorenheimen in Madrid ganz Spanien erschüttert. Innerhalb weniger Tage sind hier 35 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Verstorbenen waren positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Neben den Toten sollen sich hier noch 75 weitere Menschen, Bewohner wie Personal, mit dem Virus infiziert haben, wie die eingeleitete Untersuchung ergab. Angehörige von Pflegefällen sprachen von katastrophalen Hygiene-Zuständen in den Heimen und einem eklatanten Mangel an Schutzausrüstungen für die Pfleger.

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