Philippa zertrümmert Straches Rolex, FPÖ muss zahlen

Heinz-Christian Strache mit Gattin Philippa
Heinz-Christian Strache mit Gattin PhilippaPicturedesk
Strache und die Spesen – u(h)r arg? Wie "Heute" erfuhr, gab es für Straches Ex-Leibwächter Akonto-Geld für Uhren-Reparaturen, wenn Philippa austickte.

Der Countdown läuft – am Sonntag wählt Wien einen neuen Landtag. Heinz-Christian Strache kämpft verbissen um sein Comeback. Scheitert er an der 5-Prozent-Hürde, was letzte Umfragen nahelegen, ist seine Zeit in der Politik abgelaufen. Am Tag vor der Entscheidung tauchen nun neue belastende Aussagen von Straches ehemaligem Bodyguard und der langjährigen Büroleiterin des Politikers auf. Sie zeichnen ein erschütterndes Sittenbild der früheren Strache-FPÖ.

Privatausgaben um Steuergeld

Die Straches dürften die Partei als Selbstbedienungsladen betrachtet haben. Wie aus neuen Aktenteilen hervorgeht – diese liegen "Heute" vor – gab es bei den Blauen sogar eine eigene "Kriegskasse", um für die Wutausbrüche von Philippa Strache aufkommen zu können. Straches Ex-Leibwächter hatte etwa den Auftrag, zwei Luxusuhren richten zu lassen. Diese Information förderte ein von der Polizei abgehörtes Telefonat ans Tageslicht. Der Bodguard am Handy zu seiner Partnerin: "Die Uhren-Reparaturen schlepp' i schon die ganze Zeit mit mir herum." Zwischenfrage: "Warum zahlst du das?" Antwort: "Nicht von meinem Geld, sondern von Firmengeld, ja, also vom Akonto."

Rolex von Philippa zerstört?

Skurril auch der von der Polizei ermittelte Hintergrund, den der Akt preisgibt: "Aus weiteren Erhebungen geht hervor, dass die Uhren von Philippa Strache mutwillig im Streit mit ihrem Gatten zerstört wurden." Die Reparatur sei dann von seinem ehemaligen Bodyguard übernommen worden. Kostenpunkt? "Einmal 350 Euro, einmal 390 Euro."

"Derzeit wird ein Kassasturz gemacht. Da werden sich die Leute anspeiben …"

Diese 740 Euro sind freilich nur ein Nebenschauplatz in der Spesen-Causa. Ermittler wollen eine halbe Million Euro Schaden für die FPÖ errechnet haben. In einem ebenfalls aufgezeichneten Telefonat bat Straches Ex-Sekretärin den Leibwächter (beide werden als Beschuldigte geführt), die Uhrenrechnungen unbedingt aufzubewahren, denn: "Derzeit wird ein Kassasturz gemacht. Da werden sich die Leute anspeiben." 

Weihnachtsshopping Thema im Akt

Wie berichtet, ist erst am Freitag via "Standard" bekannt geworden, dass FPÖ-Mitarbeiter Philippa Strache bei ihren Weihnachtseinkäufen begleitet haben und diese über das Partei-Spesenkonto abgerechnet haben sollen. Eine Ex-Angestellte sagte bei der Polizei dazu aus: "Anordnungen von Frau Strache mussten ausgeführt werden, da sie von ihrem Mann 100-prozentigen Rückhalt hatte. Wenn sie eine Anweisung gab, war diese zu befolgen." Die Story kannst du HIER nachlesen >>

Team Strache schweigt

Das Team HC Strache wollte auf "Heute"-Anfrage nicht zur Uhren-Causa Stellung nehmen. Strache hat in der Vergangenheit stets dementiert, Parteigelder unrechtmäßig verwendet zu haben. Für ihn und seine Ehefrau Philippa gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen laufen. Und morgen ist der Wähler am Wort.

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