Senior bekommt nach Pipi-Eklat Hausverbot im Freibad

Vor einigen Tagen kam es im Ottakringer Bad zu einem Toiletten-Streit zwischen einem Wiener und dem Bademeister. Der Pensionist hat nun Hausverbot. 

Robert K. ist 76 Jahre alt und seit Jahrzehnten Stammgast im Ottakringer Bad – doch dieses Jahr dürfte der Sommer nach einem lauten Streit ums Stille Örtchen für den Wiener ins Wasser fallen. Der gesundheitlich schwer angeschlagene Pensionist lebt eigentlich in einer kleinen Gemeindewohnung in Penzing. In den warmen Sommermonaten hingegen verbringt er seine Zeit am liebsten mit Freunden im Freibad. "Mein Stiefvater zählt schon im Winter die Tage, bis er in Ottakring endlich wieder die Sonne genießen und mit seinen Bekannten Karten spielen kann", erzählt sein Stiefsohn Philipp im Gespräch mit "Heute". 

Vor wenigen Wochen war es dann endlich soweit – das Ottakringer Bad konnte nach langer Pause wieder seine Pforten öffnen. Doch die Freude hielt nicht lange an. Vor knapp zwei Wochen kam es nämlich zu einem fürchterlichen Streit zwischen Robert K. und dem Bademeister.

Streit mit Bademeister wegen Toilette

Der Pensionist beschloss an einem heißen Mittwoch sein Mittagsessen wie so oft im Restaurant des Schwimmbads zu genießen. Nach der Mahlzeit ereilte den kranken Senior allerdings der Ruf der Natur und das WC befand sich direkt neben der Kantine. Doch wie sich herausstellte, war dieses coronabedingt geschlossen. Die nächste offene Toilette wäre Roberts Angaben zufolge am anderen Ende des Geländes – und es wäre sich schlichtweg nicht ausgegangen, dort rechtzeitig anzukommen.

Dementsprechend entschlossen, begab sich Robert zum verschlossenen WC und bestand darauf, dort seine Notdurft zu verrichten. Allerdings hatte der Bademeister etwas dagegen und so kam es zum unangenehmen Pipi-Eklat im Ottakringer Freibad. Die Wogen gingen so hoch, dass der Bade-Chef den Stammgast letztendlich "unsanft an der Hand packte" und in weiterer Folge des Geländes verwies.

Hausverbot bis Mitte September

Der 76-Jährige bekam wenige Tage später einen schriftlichen Bescheid der Stadt Wien, dass er bis Saisonende ein Hausverbot im besagten Schwimmbad hat. Für Robert K. ging damit eine kleine Welt unter. Immerhin spielte sich dort der Großteil seines sozialen Lebens ab. Und nun sitzt der Pensionist in seiner 40-Quadratmeter-Wohnung, ganz ohne seine Freunde. "Ist es notwendig, einen älteren Herren dermaßen zu bestrafen? Das muss doch wirklich nicht sein", ärgert sich sein Stiefsohn. Der Wiener und seine Familie hoffen nun auf eine "menschliche Lösung".

Bademeister schildert den Vorfall 

Rainer Obermeier, Chef des Ottakringer Bades, erzählt den Vorfall gegenüber "Heute" etwas anders: Robert K. habe die Tür aufgebrochen und sich aggressiv gezeigt. "Er hat mich beschimpft und gestoßen. Dann packte er auch noch sein bestes Stück aus und drohte, auf den Boden zu urinieren", so Obermeier. Es sei ihm "gar keine andere Möglichkeit geblieben, als ein Machtwort und das Hausverbot auszusprechen". Der Stammgast sei "ein lieber Kerl, den ich seit ewig kenne. Gott weiß, was ihn geritten hat", so der Bad-Chef.

Gegenüber "Heute" beteuert Robert jedoch: "Habe 'ihn' nicht ausgepackt!"

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