Piraterie am Horn von Afrika

Piraten kapern Öltanker im Golf von Aden

Bewaffnete kaperten am Samstag im Golf von Aden einen Öltanker. Das Schiff wird Richtung Somalia gesteuert, die Küstenwache verfolgt.
Newsdesk Heute
02.05.2026, 20:55
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Dramatische Szenen im Golf von Aden: Unbekannte bewaffnete Männer haben am Samstag einen Öltanker unter togoischer Flagge gekapert. Das Schiff mit dem Namen "Eureka" wurde vor der Küste der jemenitischen Provinz Schabwa überfallen.

Die Angreifer steuerten den Tanker nach dem Überfall in Richtung der somalischen Küste. Die jemenitische Küstenwache, die der international anerkannten Regierung des Bürgerkriegslandes untersteht, nahm nach eigenen Angaben sofort die Verfolgung auf.

Die Position des Schiffes werde beobachtet und es würden Maßnahmen eingeleitet, um die Sicherheit der Besatzung zu gewährleisten, hieß es in einer Erklärung. Angaben zur Nationalität oder Anzahl der Besatzungsmitglieder wurden zunächst nicht gemacht.

Piraterie-Risiko als "erheblich" eingestuft

Bei der "Eureka" handelt es sich laut dem Ortungsdienst MarineTraffic um einen Tanker für raffinierte Ölprodukte, der zuletzt Ende März im Hafen von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten gemeldet war.

Der Vorfall passierte vor dem Hintergrund einer drohenden Rückkehr der Piraterie am Horn von Afrika. Erst am Montag hatte das Gemeinsame Maritime Informationszentrum (JMIC) das Risiko als "erheblich" eingestuft. Die EU-Marinemission Operation Atalanta beobachtete allein Ende April drei Angriffe in der Region.

Neue kriminelle Gruppen aktiv

Experten machen neue kriminelle Gruppen aus der somalischen Region Puntland für die jüngste Angriffswelle verantwortlich. Die Küstenregionen vor Somalia liegen an mehreren für den Welthandel zentralen Schiffsrouten.

Piraterie war vor der Küste Somalias in den 2000er Jahren weit verbreitet und erreichte 2011 mit Hunderten Angriffen ihren Höhepunkt. Durch internationale Militäreinsätze und neue Schutzmaßnahmen der Reedereien ging die Zahl der Überfälle in der Folge drastisch zurück.

Zusätzlich ist der Schiffsverkehr derzeit durch den Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran sowie die faktische Schließung der Straße von Hormus belastet. Schiffe müssen daher auf andere Routen ausweichen, was das Risiko für Piratenangriffe erhöht.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.05.2026, 20:55
Jetzt E-Paper lesen