Nach ihrer Fehlgeburt wurde Chiara Pisati (30) rasch wieder schwanger. Doch statt Erleichterung bestimmten Angst, Unsicherheit und verdrängte Trauer ihr Leben. Heute spricht das XXXLutz-Werbegesicht offen darüber, warum sie sich selbst das Weinen kaum erlaubt hat und wie sehr auch ihr Partner Lukas de Roode unter dem Verlust litt.
Nach außen schien alles gut zu laufen. Die Freude über die erneute Schwangerschaft war groß, schließlich hatte sich eine der drängendsten Fragen nach der Fehlgeburt schnell beantwortet: Sie konnte wieder schwanger werden.
Doch innerlich sah es anders aus. "Ich hatte große Angst während der zweiten Schwangerschaft. Eigentlich durchgehend", erzählt Pisati ehrlich im Gespräch mit "Heute". Das Trauma des Verlustes habe sie damals noch gar nicht verarbeitet gehabt. Statt sich ihrer Trauer zu stellen, versuchte sie, nach vorne zu blicken. "Ich wollte diese Trauer nicht in die Schwangerschaft mitnehmen. Ich habe mir kaum erlaubt zu weinen", ringt sie nach Worten.
Ein Satz, der viel über die Monate verrät, die auf die Fehlgeburt folgten. Während viele davon ausgehen, dass eine neue Schwangerschaft automatisch Hoffnung und Heilung bringt, erlebte Pisati etwas anderes. Die Freude auf ihr Regenbogenbaby war da, gleichzeitig aber auch die ständige Angst, das Kind erneut zu verlieren.
Dabei ging es nicht nur ihr schlecht. Auch ihr Partner kämpfte mit dem Verlust. "Für beide extrem belastend", sagt Pisati rückblickend. Vor allem Männer würden in solchen Situationen oft übersehen werden. "Der Partner ist ja oft noch hilfloser. Er will helfen, kann aber nichts tun und er hat ja auch ein Kind verloren."
Während sie mit körperlichen Schmerzen, Schuldgefühlen und Trauer kämpfte, musste auch Lukas einen Weg finden, mit dem Verlust umzugehen. Gemeinsam durchlebten sie eine Zeit, über die nur selten offen gesprochen wird.
„Jetzt merke ich, das muss noch raus. Ich werde mir Hilfe holen, um das aufzuarbeiten“Chiara Pisatispricht offen über ihre Fehlgeburt
Heute blickt sie mit mehr Abstand auf diese Zeit zurück und merkt, dass manches noch nicht verarbeitet ist. "Während der zweiten Schwangerschaft wurde ich betreut, aber ich habe das Thema nicht vollständig aufgearbeitet."
Die Trauer habe sie damals bewusst zurückgedrängt, um sich auf die Schwangerschaft konzentrieren zu können. Doch verschwunden sei sie dadurch nicht. "Jetzt merke ich, das muss noch raus. Ich werde mir Hilfe holen, um das aufzuarbeiten."
Erst als sie ihr Baby gesund in den Armen hielt, begann für sie ein neuer Abschnitt. "Für mich ist diese Angst tatsächlich erst gegangen, als ich mein Baby gesund in den Armen gehalten habe. Erst in diesem Moment konnte ich wirklich anfangen zu heilen."
Mit ihrer Offenheit möchte Pisati nun anderen Betroffenen Mut machen und zeigen, dass Trauer nach einer Fehlgeburt absolut normal ist, aber bei jedem anders aussehen kann. Manchmal zeigt sie sich in Tränen. Manchmal auch darin, dass man sich genau diese Tränen lange Zeit nicht erlaubt.