Nach "Nazis raus"-Rufen

"Piss-Festival": Campino holt "Alphaville"-Star zu Show

Dieser Seitenhieb sitzt! Nachdem Alphaville vom Glücksgefühle-Festival ausgeladen wurden, springt Campino (64) der Kultband öffentlich zur Seite.
Heute Entertainment
04.09.2026, 12:36
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Dieser Auftritt dürfte beim Glücksgefühle-Festival für wenig Begeisterung gesorgt haben.

Mitten im Streit um die Ausladung von Alphaville hat sich Campino unmissverständlich auf die Seite der Kultband gestellt. Bei einem Konzert der Toten Hosen in Münster sprach der Sänger über den Eklat – und hielt mit seiner Meinung nicht lange hinterm Berg.

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Er bezeichnete die Veranstaltung kurzerhand als "beschissenes Piss-Festival".

Doch bei Worten blieb es nicht.

Plötzlich steht Marian Gold auf der Bühne

Ausgerechnet Münster bot für Campinos Solidaritätsaktion die perfekte Kulisse. Alphaville wurden dort 1982 gegründet, Sänger Marian Gold stammt ebenfalls aus der Stadt.

Und plötzlich stand der 72-Jährige tatsächlich gemeinsam mit den Toten Hosen auf der Bühne.

Campino begrüßte Gold vor dem Publikum und machte damit deutlich, auf welcher Seite er in dem Streit steht.

Anschließend folgte der emotionale Höhepunkt: Gemeinsam spielten die Musiker Alphavilles Welthit "Forever Young".

Aus einem gewöhnlichen Konzertmoment wurde damit ein ziemlich demonstratives Zeichen der Solidarität.

Darum wurden Alphaville ausgeladen

Hintergrund ist ein heftiger Streit zwischen Alphaville und den Veranstaltern des Glücksgefühle-Festivals am Hockenheimring.

Eigentlich sollte die Band am Freitag dort auftreten. Kurz vor dem Festival wurde ihr Auftritt allerdings gestrichen.

Der Grund: Die Veranstalter wollten politische Äußerungen auf ihren Bühnen vermeiden. Alphaville-Sänger Marian Gold hatte bei früheren Konzerten immer wieder Stellung bezogen – unter anderem gegen Rechtsextremismus und für Demokratie.

Gold wollte sich darauf auch beim Glücksgefühle-Festival nicht verzichten lassen.

Die Forderung der Veranstalter bezeichnete Alphaville anschließend öffentlich als "Maulkorberlass". Die Band sah darin eine Einschränkung von Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit.

Campino legt sich mit Festival an

Genau diese Begründung brachte schließlich auch Campino auf die Palme.

Für den Toten-Hosen-Sänger gehört gesellschaftliche Haltung seit Jahrzehnten zur Musik. Dass eine Band auf einer Festivalbühne grundsätzlich auf politische Aussagen verzichten soll, stieß bei ihm entsprechend auf wenig Verständnis.

Mit seinem drastischen "Piss-Festival"-Sager und dem gemeinsamen Auftritt mit Gold machte er seine Haltung vor Tausenden Fans deutlich.

Und Campino blieb nicht der einzige Musiker, der sich einschaltete. Auch Mateo von Culcha Candela kritisierte die Entscheidung der Festivalmacher öffentlich.

Der Druck wurde immer größer.

Veranstalter entschuldigen sich

Schließlich folgte die Kehrtwende.

Festival-Mitveranstalter Markus Krampe räumte ein, dass die Ausladung ein Fehler gewesen sei. "Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid", erklärte er.

Auch Lukas Podolski, der zu den Köpfen hinter dem Glücksgefühle-Festival gehört, stellte klar, dass Künstler ihre Meinung äußern und "Kante zeigen" dürfen.

Alphaville wurden daraufhin wieder eingeladen.

Doch diesmal wollte die Band nicht mehr.

Marian Gold und seine Kollegen erklärten, die Entschuldigung zwar zur Kenntnis zu nehmen. Durch die vorherigen Aussagen sei jedoch eine Atmosphäre entstanden, in der sie von einem Auftritt absehen würden.

Die bereits vereinbarte Gage will Alphaville stattdessen an eine gemeinnützige Organisation spenden.

Damit werden die Fans am Hockenheimring am Freitag auf "Forever Young" von Alphaville verzichten müssen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 04.09.2026, 12:36