Nach heftiger Kritik haben sich die Veranstalter des Wacken Open Air erstmals zu den Vorwürfen rund um politische Symbole auf dem Festivalgelände geäußert. Zahlreiche Besucher berichteten während des heurigen Festivals in Schleswig-Holstein, dass Security-Mitarbeiter sie dazu aufgefordert hätten, unter anderem Anti-AfD-Patches, Regenbogenflaggen oder andere als links gelesene Symbole abzulegen.
Die Festivalmacher stellen nun klar: "Die Zurückweisungen an den Eingängen zum Infield waren zu keinem Zeitpunkt in unserem Sinne." Das Wacken Open Air stehe für Weltoffenheit, Toleranz und Meinungsfreiheit. Rechtsextremismus trete man entschieden entgegen.
Um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern, seien bereits mehrere Maßnahmen eingeleitet worden. Laut Veranstaltern laufen Aufklärungsschritte, außerdem wurde das Awareness-Team verstärkt an Einlässen und Übergängen eingesetzt, um Besucher zu unterstützen.
Besonders für Diskussionen sorgten Berichte, wonach Security-Mitarbeiter nicht nur am Einlass, sondern auch auf dem Festivalgelände gegen Regenbogenflaggen und linke Symbole vorgegangen sein sollen. Gleichzeitig schilderten Besucher, dass sie mehrfach Personen mit "White Pride"-Aufnähern oder Reichsflaggen gesehen hätten.
Ein Festivalgast berichtet laut "Frankfurter Rundschau" von einer Begegnung mit einer leitenden Ordnerin. Auf seine Nachfrage habe diese erklärt, politische Statements seien auf dem Gelände nicht erlaubt. Als er darauf hingewiesen habe, dass ihm mehrfach "White Pride"-Symbole und Reichsflaggen begegnet seien, habe die Mitarbeiterin laut seiner Schilderung geantwortet, diese seien "keine politischen Statements". Der Besucher zeigte sich darüber fassungslos.
Für ihn steht nach dem Festival bereits eine persönliche Konsequenz fest. Er wolle künftig nicht mehr nach Wacken fahren. Trotz vieler Bands mit klarer Haltung sehe er unter Teilen der Besucher eine Entwicklung, die ihm nicht mehr gefalle.