Kurioser Fall in Deutschland: Ein Angeklagter setzte sich vor Gericht mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Wehr und hatte damit Erfolg. Am Ende wurde das Verfahren gegen den 41-Jährigen eingestellt.
Die Hintergründe: Der Security-Mitarbeiter trat im Sommer 2023 seinen neuen Job an – eine Woche früher als eigentlich geplant. Davon setzte er die Arbeitsagentur telefonisch in Kenntnis. Dennoch wurden ihm 242,34 Euro Arbeitslosengeld zu viel überwiesen.
Diese fälschliche Überweisung führte dazu, dass dem 41-Jährigen seitens der Staatsanwaltschaft Leipzig Betrug vorgeworfen wurde. Das Problem des Beschuldigten: ein Pflichtverteidiger stand ihm nicht zu, für einen eigenen Anwalt fehlte das Geld.
Dennoch wollte der Mann den Betrugsvorwurf nicht auf sich sitzen lassen, wie er der "Bild" erzählte. Ihm zufolge brauche man in seiner Branche nämlich eine "reine Weste". Seine Strategie bestand daraus, die KI zu befragen, was er nun tun soll.
Mithilfe von ChatGPT ließ sich der 41-Jährige das Verfahren erklären. Zudem half ihm die KI beim Einspruch und verfasste einen 18-seitigen Befangenheitsantrag. Diesem wurde schlussendlich auch stattgegeben. Als der Fall dann am Tisch einer anderen Richterin landete, stellte diese das Verfahren ein. Für den KI-Nutzer war es ein Sieg auf ganzer Linie.
Dennoch bremste der Präsident des Amtsgerichts Leipzig, Michael Wolting, die Euphorie bei möglichen Nachahmern. Der Gerichtschef sagte zur "Bild", dass er dem Beschuldigten seinen Erfolg nicht nehmen wolle. Dennoch würde die Einreichung eines KI-generierten Schriftsatzes und die spätere Einstellung des Verfahrens nicht bedeuten, dass dies ursächlich zusammenhänge.
Soll heißen: Es ist unklar, ob ChatGPT tatsächlich einen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens gehabt habe. Für den 41-Jährigen ist trotzdem klar: "Ohne KI hätte ich das niemals geschafft."