US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union mit höheren Zöllen gedroht, weil Google wieder eine saftige Wettbewerbsstrafe zahlen muss.
Die EU werde einen "sehr hohen Preis" für die Rekordstrafe von 890 Millionen Euro zahlen, sagte Trump am Freitag auf seinem Onlinedienst Truth Social. Er kündigte auch eine neue Zolluntersuchung gegen die EU an. Als Begründung gab er das angebliche "Ausrauben amerikanischer Unternehmen" an.
Das könnte nun alles ändern. Die Europäische Union hatte am Freitag eigentlich mit Erleichterung auf die jüngsten Zoll-Ankündigungen der USA reagiert.
Die EU "nimmt positiv zur Kenntnis, dass dieses Ergebnis im Einklang" mit den Zoll-Vereinbarungen stehe, die im vergangenen Jahr von Brüssel und Washington ausgehandelt worden seien, erklärte der Sprecher der EU-Kommission, Olof Gill.
Die US-Regierung hatte davor neue Zölle gegen rund 60 internationale Handelspartner angekündigt, die am Freitag in Kraft getreten sind.
Diese neuen Zölle ersetzen den bisher geltenden weltweiten Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe. Für die Europäische Union bleibt laut den Angaben auch weiterhin ein allgemeiner US-Zollsatz von zehn Prozent aufrecht.
Die USA hatten im Vorjahr in einer Vereinbarung mit der EU zugesagt, ihre Zölle auf die meisten EU-Produkte nicht über 15 Prozent anzuheben.
Der EU-Sprecher erklärte weiter, dass für die EU ein pauschaler Zollsatz von zehn Prozent festgelegt werde und "zusätzliche Zollbefreiungen für bestimmte europäische Produkte wie Kork und Diamanten eingeführt" werden.
Das schaffe eine "positive Dynamik" für die transatlantischen Gespräche über verschiedene Themen wie strategisch wichtige Rohstoffe oder Künstliche Intelligenz.
Am Donnerstag hatte die EU-Kommission Google wegen Wettbewerbsverstößen Geldbußen von insgesamt 890 Millionen Euro aufgebrummt. Das hatte Befürchtungen geschürt, dass die US-Regierung mit Vergeltungsmaßnahmen wie einer Zollerhöhung reagieren könnte. Zumindest die Drohungen wurden nun Realität.