Im Konflikt zwischen dem Vatikan und der erzkonservativen Piusbruderschaft spitzt sich die Lage weiter zu.
Die Bruderschaft hat die jüngsten Exkommunikationen als "objektiv ungerecht und ungültig" zurückgewiesen.
In einem offenen Brief an Papst Leo XIV. schrieb der Generalobere der Bruderschaft, der italienische Priester Davide Pagliarani: "Diese jüngsten Verurteilungen treffen, wie jene der Vergangenheit, das, was uns am teuersten ist: unsere Verbundenheit mit unserer Mutter, der römischen Kirche."
Wie NTV berichtet, hatte der Vatikan am Donnerstag sechs Bischöfe der ultrakonservativen Piusbruderschaft exkommuniziert. Die vier von der Bruderschaft ohne Zustimmung des Papstes geweihten Bischöfe sowie die beiden Weihbischöfe wurden aus der römisch-katholischen Kirche ausgeschlossen.
Die Piusbruderschaft hatte im schweizerischen Econe erstmals seit 38 Jahren vier neue Bischöfe geweiht und sich damit über eine ausdrückliche Warnung von Papst Leo XIV. hinweggesetzt. Der Papst hatte von einem "schismatischen Akt" gesprochen, also einer spalterischen Handlung.
Die vom Vatikan beanstandeten Bischofsweihen seien eine "außerordentliche Initiative zum Heil der Seelen, mitten in der lehrmäßigen und moralischen Verwirrung, in die die Kirche gestürzt ist", erklärte Pagliarani.
Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, stellte sich klar hinter den Papst. Er bezeichnete die Weihen als einen bewussten Akt des Ungehorsams.
Lackner sprach von einem schmerzlichen Moment für die gesamte katholische Kirche. Zugleich sehe er darin einen vorläufigen Endpunkt eines Konflikts, der Rom und die Piusbruderschaft seit Jahrzehnten beschäftigt.