Planet Sissi kreist um Zwergstern namens Franz

Die Internationale Astronomische Union (IAU) feiert ihr einhundertjähriges Bestehen mit der Aktion "NameExoWorlds".
Auf der ganzen Welt konnten Menschen Namensvorschläge für mehr als 100 Exoplaneten und deren zugehörigen Sterne einreichen. Jede teilnehmende Nation bekam so ein eigenes Sternensystem zur Benennung. Spaßnamen oder Schimpfwörter wurden zuvor von der Jury ausgesiebt. So vermieden die Veranstalter ein erneutes "Boaty McBoatface"-Debakel.

392 Vorschläge gingen alleine für das "österreichische" Sternensystem ein, das bisher die wenig sympathische Bezeichnung HAT-P-14 trug. Es liegt rund 731 Lichtjahre entfernt im Sternbild Herkules.

Nostalgie für die Monarchie

Bei der neuen Namenswahl siegte offenbar die Nostalgie für die Monarchie. In Zukunft werden sich "Sissi" und "Franz" im kosmischen Walzer durch unsere Galaxie drehen. Die Namen des berühmten Kaiserpaares gingen unter den 242 abgegebenen Stimmen als Sieger hervor.

Franz ist ein weiß-gelber Zwergstern vom Typ F, der von einem Gasriesen umkreist wird. Obwohl er etwas größer und heißer ist als unsere Sonne ist er wegen der großen Entfernung nicht hell genug, um mit freiem Auge sichtbar zu sein. Allerdings reicht laut ORF schon ein kleines Teleskop aus, um von österreichischem Boden aus einen Blick auf ihn erhaschen zu können.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Sissi ist ein höllisches Schwergewicht

Den zugehörigen Gasriesen Sissi zu nennen, war vielleicht nicht so schmeichelhaft wie es anfänglich scheint. Der Exoplanet nämlich 1,4 mal so groß wie Jupiter und rund 3,4 mal so massereich wie dieser. Nachdem Jupiter der größte Planet unseres eigenen Sonnensystems ist, ist Planet Sissi im Vergleich ein richtiges Schwergewicht.

Dafür stehen sich Franz und Sissi sehr nahe. Sie umkreist ihren Stern in nur neun Millionen Kilometern Entfernung, eine Umrundung dauert nur 4,6 Tage. Zum Vergleich: Der Abstand von Erde zu Sonne beträgt im Schnitt satte 149 Millionen Kilometer. Einmal rundherum dauert bekanntlich 365 Tage.

Selbst wenn die Menschheit jemals die Sterne besiedelt, Urlaub auf Sissi wird wohl so schnell niemand machen. Der Exoplanet liegt aufgrund seiner Nähe zu Franz weit außerhalb der bewohnbaren Zone. Die höllischen Temperaturen seiner Atmosphäre würden jeden Besucher in Sekundenbruchteilen einäschern.

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