Supermärkte testen essbaren Überzug bei Obst

Um Plastikverpackungen im Supermarkt zu reduzieren, bekommt die Avocado erstmals testweise einen Überzug in einigen deutschen Filialen.
Forscher tüfteln an Lösungen, die dem Lebensmittelhandel die Reduktion von Plastikverpackungen vereinfachen. Für Obst und Gemüse dürfte ihnen ein Fortschritt gelungen sein - mit essbaren, rein pflanzlichen Hüllen.

Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler, ist dabei einer der Vorreiter im deutschsprachigen Raum. Bereits Ende letzten Jahres begann er an ausgewählten Supermarktstandorten Avocados mit so einer innovativen Beschichtung anzubieten.

Haltbarkeit wird verdoppelt bis verdreifacht

Die Schutzschicht wird auf Obst und Gemüse aufgetragen. Sie wirkt fast wie eine zweite Haut und verlangsamt den Wasserverlust und das Eindringen von Sauerstoff, was die Hauptursachen für eine kurze Haltbarkeit sind. Der US-Konzern Apeel Sciences entwickelte die Schutzhülle,die komplett aus pflanzlichen Materialien besteht. Dazu werden Schalen, Samen und Fruchtfleisch von verschiedenen Obst- und Gemüsesorten verwendet.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Kampf gegen Lebensmittelverschwendung

Der Konkurrent Rewe wird bald ein ähnliches Prinzip bei Avocados verwenden. Gemeinsam mit dem Hersteller AgriCoat NatureSeal wurde ein Überzug bestehend aus Zucker, Zellulose und pflanzlichen Ölen geschaffen. Auch dieser wird essbar sein. Ab dieser Woche werden die Früchte in 860 Filialen verkauft, wie aus einer Ankündigung des Unternehmens hervorgeht. "Wir hoffen sehr, dass uns unsere Kunden in unserem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung durch ihre Kaufentscheidung unterstützen", betonte der Rewe-Manager Eugenio Guidoccio.

Der Verzicht auf Plastik bei Lebensmitteln hat zu einem Nebeneffekt geführt: Viele Tonnen an Lebensmittelabfällen, die zu schnell verderblich wurden, haben sich angehäuft. Dem möchte man mit einer nachhaltigen Lösung entgegenwirken. Nach und nach soll die Rezeptur bei weiten Teilen des Sortiments in Supermärkten zum Einsatz kommen. Insgesamt sind bisher 30 Rezepturen für verschiedene Obst- und Gemüsesorten entwickelt worden.

Der Edeka-Händler Paschmann sieht darin viel Potenzial im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung: "Wie oft passiert es heute, dass man Erdbeeren kauft, ein paar davon isst und dann am nächsten Tag die Hälfte wegwirft, weil sie vergammelt sind. Das wäre dann nicht mehr der Fall."

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