Strompreisbremse & Rabatt - erhalten Kunden nun Gutschrift?

Die Strompreise steigen stark an, aber: Es wird von Bund und Land geholfen.
Die Strompreise steigen stark an, aber: Es wird von Bund und Land geholfen.Weingartner-Foto / picturedesk.com
Vor einigen Wochen noch hatten Tausende Niederösterreicher Angst vor Horror-Rechnungen, jetzt sieht die Welt plötzlich anders aus.

Der Strompreis marschierte in den letzten Monaten durch die Decke, das Land Niederösterreich verkündete den blau-gelben Strompreisrabatt und jetzt deckelte die Bundesregierung den Strompreis - alles dazu hier.

Kurzum: Jeder Haushalt, egal wie viele Personen darin wohnen, soll sich durch die Maßnahme rund 500 Euro ersparen, hieß es am Sonntag nach "Heute"-Informationen aus den noch laufenden Verhandlungen. Großzügig gesagt sollen 80 Prozent des im Durchschnitt pro Haushalt verbrauchten Stroms zu einem Höchstpreis von zehn Cent pro Kilowattstunde (kWh) abgegeben werden.

Der blau-gelbe Strompreisrabatt in NÖ (bisher 172.000 Mal beantragt, Anm.) bleibt unberührt davon. Gefördert werden dabei 11 Cent pro Kilowattstunde für 80 Prozentdes Durchschnittsstromverbrauchs eines Haushaltes. Dem Modell zufolge resultiert für einen Ein-Personen-Haushalt eine jährliche Ersparnis von 169,58 Euro, bei zwei Personen im Haushalt 272,36 Euro, bei drei 374,44 Euro, bei vier Menschen 415,80. Für fünf Menschen sind es 457,07 Euro, für jede weitere Person kommen 41,27 Euro hinzu.

Gutschrift möglich

Diese Förderung soll - unabhängig von der Bundesförderung - auf jeden Fall ausbezahlt werden. Heißt das, dass man dann sogar am eigenen Stromverbrauch verdient? Theoretisch auf den ersten Blick, Ja. 10 Cent für 80 % des Haushaltsstromes (vom Bund, Anm: 2.900 kWh pro Haushalt) und elf Cent blau-gelber Strompreisrabatt würden bedeuten, dass ein Cent pro kWh verdient werden würde.

Klingt toll, ist aber nicht so: Denn es wird ja nur die Fördersumme abgezogen und für den über die 80 % hinausschießenden Strompreis gilt der teure Marktpreis ohne NÖ-Rabatt. Sprich: Sehr sparsame Haushalte könnten aber in der Tat - bei gleichbleibenden Vorauszahlungen - sogar Gutschriften erhalten.

Konkretes Beispiel

Dies sei mit einem fiktivem Beispiel untermauert: Ein sparsamer Singlehaushalt verbraucht in einem Jahr 1.000 kWh Strom. Der Kunde zahlt für 80 % des Stromverbrauches dank Strompreisdeckel nur zehn Cent - also für 800 kWh Strom 80 Euro, für die restlichen 20 % den marktüblichen Preis: also 35 Cent für 200 kWh, das macht 70 Euro. 80 plus 70 Euro macht 150 Euro Jahresstromrechnung minus 169,58 Euro blau-gelber Stromrabatt würde ein Guthaben von 19,58 Euro bedeuten.

„Die Menschen sind mit Teuerungen in allen Lebensbereichen konfrontiert. Und damit stark belastet. Über die Entlastungen beim Strompreis haben wir die Möglichkeit allen niederösterreichischen Haushalten zu helfen. Daher bleibt der blau-gelbe Strompreisrabatt als Entlastung der niederösterreichischen Haushalte selbstverständlich aufrecht. Das haben wir von Anfang an so versprochen - und darauf können sich unsere Landsleute auch verlassen", stellte Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (VP) am Montag auf Nachfrage klar.

"Blau-gelber Strompreisrabatt als Entlastung bleibt selbstverständlich aufrecht" - Johanna Mikl-Leitner (VP)

Die Landeshauptfrau weiter: "Ich bin sehr froh, wenn jetzt auch von Bundesseite Entlastungen beim Strompreis kommen, denn jede weitere Maßnahme durch den Bund ist eine zusätzliche Entlastung für unsere Landsleute - auch für andere Lebensbereiche. Und das ist in diesen herausfordernden Zeiten auch wichtig.“

Noch unklar ist indes, was mit dem Gaspreis passiert. Denn Tausende Haushalte kochen und erwärmen das Wasser mit Gas. Und noch weit kostspieliger: Hunderttausende Österreicher haben noch eine Gasheizung.

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