Nach der Mieterhöhung in Höhe von 8,6 Prozent, die rund 600.000 Wien wegen der Anpassung der Richtwerte im Mai in den Briefkasten flatterten, folgt bei vielen schon im Juni der nächste Preis-Schock. "Heute"-Leserin Laura bekam letzte Woche Post von ihrer Hausverwaltung. Die Betriebskostenabrechnung sei nun da.
Wegen der jährlichen Teuerungen sei hier eine Anhebung der Gesamtbetriebskosten mit Juli 2023 notwendig, heißt es in dem Schreiben. Statt bisher 146 Euro zahlt sie monatlich nun fast 162 Euro für Gebäudeversicherung, Müll, Kanal, Wasser und Co. – ein Plus von exakt zehn Prozent!
Hintergrund ist, dass bis Ende Juni die jeweilige Betriebskostenabrechnung des Vorjahres und die Vorschreibung für die anstehenden Zahlungen vorgelegt werden müssen. Das betrifft rund drei Viertel aller Wohnungen , egal ob Alt- oder Neubau. Die Arbeiterkammer Wien rechnet laut "wien.orf.at" mit Nachzahlungen und einer durchschnittlichen Erhöhung von sechs Prozent.
Die AK rät, genau hinzuschauen. Im Altbau etwa dürften bestimmte Posten wie Reparaturkosten nicht verrechnet werden. Hilfreich kann auch ein Vergleich mit der Aufschlüsselung aus dem Vorjahr sein. Eine etwaige Nachzahlung muss mit dem übernächsten Mietzins überwiesen werden.
Doch auch eine weitere Mietenkeule steht im Juli an: Die Kategoriemieten werden steigen abermals, diesmal um 5,5 Prozent an. Davon betroffen sind über 100.000 Haushalte in Wien. Auch bei den freien Mieten geht es im Juli nach oben.
Die Arbeiterkammer hat zudem berechnet: Zwischen 2008 und 2022 ist die Inflation um 36 Prozent gestiegen. Die Nettomieten pro Quadratmeter im privaten Segment haben sich in ganz Österreich hingegen um 71 Prozent verteuert.
"Die privaten Mieten sind doppelt so stark angestiegen wie das allgemeine Preisniveau", erklärt AK Wohnpolitikexperte Walter Rosifka. "Mieter:innen im privaten Segment zahlten in Wien 2022 pro Quadratmeter durchschnittlich sogar 93 Prozent mehr als noch 2008."