"Politischer Fehler" – weiter Ärger über Uni-Budget

Mit einer eindringlichen Botschaft am Gebäude macht die Linzer Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter auf die prekäre finanzielle Lage aufmerksam.
Mit einer eindringlichen Botschaft am Gebäude macht die Linzer Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter auf die prekäre finanzielle Lage aufmerksam.Violetta Wakolbinger, Kunstuniversität Linz
Seit Monaten wird ums Hochschul-Budget gestritten. Der Bund hat zuletzt mehr Geld in Aussicht gestellt. Jetzt legt sich dennoch die nächste Uni quer.

Brigitte Hütter, Rektorin der Kunstuniversität Linz, ist "gewohnt, effizient zu arbeiten". Die Personaldecke sei freilich nie dick gewesen, die Etats nie groß, sagt sie.

"Als Dank dafür aber nicht einmal die teuerungsbedingten Gehaltsanpassungen bieten zu können, ist ein Schlag gegen die Motivation aller Beteiligten, es ist ein Einschnitt in unseren erfolgreichen Weg." In Richtung von Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) sagt Hütter: "Und es ist ein politischer Fehler."

Kritik reißt nicht ab

Polaschek hatte den Unis zuletzt mehr Budget zugesagt. Die Kritik an seiner Hochschul-Politik reißt aber nicht ab.

Hütter etwa sagt: Das Leistungsspektrum der Kunstuniversität müsse auch in der Krise bestehen bleiben. "Das ist unser erklärtes Ziel. Dafür arbeiten wir täglich."

Fünf Millionen Euro fehlen

Der Linzer Uni fehlen nach eigenen Berechnungen an die fünf Millionen Euro. Ein großer Brocken betrifft Personalkosten.

Die massiv gestiegenen Energiepreise treffen die Hochschule hart: Viele der Studierenden arbeiten in kostenintensiven Ateliers.

Das Rektorat unternehme alles, um "selbst einen Beitrag gegen die Kosten-Explosion zu leisten", betont Hütter. Die Hauptgebäude am Hauptplatz, die Außenstelle in der Domgasse oder die Institute in der Tabakfabrik beispielsweise würden "mit mehr Effizienz denn je beleuchtet und beheizt".

"Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden. Wir brauchen mehr Budget vom Bund, mehr als bisher angekündigt." Kunstuni-Linz-Rektorin Brigitte Hütter 

Aber selbst das werde nicht reichen, so die Rektorin. "Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden. Wir brauchen mehr Budget vom Bund, mehr als bisher angekündigt."

Die Lehrenden und die Studierenden sowie die Mitarbeiter in der Verwaltung hätten in den vergangenen Jahren Großartiges geleistet. "Sie haben hybrid, vor Ort oder online unter schwierigsten Bedingungen gelehrt, gelernt, den Betrieb bestmöglich in professioneller Weise geführt", sagt Hütter.

Wie bei allen anderen Universitäten sei es eine Kernaufgabe, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten, sagt Hütter. Sie verweist etwa auf die Architektur, die in Linz gelehrt wird, auf das in dieser Form einzigartige Studium Fashion & Technology oder auf die Kreative Robotik.

Zahlen und Fakten zur Kunstuniversität

Die Uni befindet sich an vier Standorten im Zentrum von Linz und ist mit dem "IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften" auch in Wien vertreten.

Sie zählte zuletzt nach eigenen Angaben knapp 1.500 Studentinnen und Studenten. 400 davon kamen aus dem Ausland.

Die Kunstuniversität hat für die kommenden Jahre vier Schwerpunkte im Fokus: "Kunst: Zeitgenössisch und zukünftig", "Postdigitale Kulturen", "Nachhaltige und kritische Gestaltung" sowie "Transformative Forschung und Bildung".

Die Hochschule für künstlerische und industrielle Gestaltung, wie sie mit vollem Namen heißt, ging aus der 1947 gegründeten Kunstschule der Stadt Linz hervor. Der Haupt-Standort befindet sich in den Brückenkopfgebäuden an der Donau. Sie wurden unter Adolf Hitler errichtet.

"Kollaps" des Bildungsstandortes

Auch die größte Hochschule des Bundeslandes, die Johannes Kepler Universität, hatte vor Kurzem vor einem "Kollaps" des Bildungsstandortes gewarnt. Rektor Meinhard Lukas, Betriebsrat und Studierenden-Vertreter befürchten eine Ausdünnung des Studien-Angebots.

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