Im April 2025 hat eine bislang unbekannte Person eine "gezündete Brandbombe" durch den Briefschlitz an der Haustür von Farage geworfen. Damals ermittelte die Polizei zwar, stieß aber auf keine brauchbaren Hinweise und stellte die Nachforschungen schließlich ein. Wie 20 Minuten berichtet, gibt es jetzt neue Ermittlungsansätze.
Im Zuge der Untersuchungen zum Mord an Ann Widdecombe, die wie Farage der Partei Reform UK angehörte, wird der Brandanschlag neu aufgerollt. Die Polizei prüft, ob es einen Zusammenhang gibt.
Die Londoner Anti-Terror-Polizei (CTP) hat bekanntgegeben, dass es im Fall Farage einen Ermittlungsansatz gegeben hat, "der möglicherweise relevant gewesen", aber "damals nicht erkannt und weiterverfolgt worden sei". Offenbar hat sich die CTP selbst bei der Polizeiaufsicht gemeldet. Das Independent Office for Police Conduct (IOPC) untersucht nun das Verhalten eines Mitarbeiters der CTP. Ihm wird vorgeworfen, es "versäumt zu haben, einen Ermittlungsansatz zu erkennen und weiterzuverfolgen".
Ob und wie die beiden Fälle – der Mord an Widdecombe und der Anschlag auf Farage – miteinander zu tun haben, wollte die Polizei bislang nicht sagen. Ann Widdecombe wurde in ihrem Haus beim Mittagessen mit einem Hammer attackiert. Die Ermittler haben einen 28-jährigen Briten festgenommen. Ob dieser auch im Farage-Fall als Verdächtiger gilt, bleibt offen.
Nach dem Mord an Widdecombe bekommen alle Abgeordneten der Reform UK nun rund um die Uhr Sicherheitsbegleitung. Farage hatte schon vor dem Mord Sorgen um die Sicherheit der Politiker seiner Partei geäußert. Nach Widdecombes Tod sagte er: "Und ich befürchte, dass die Lage für alle, die im öffentlichen Leben stehen, insbesondere im politischen Bereich, noch gefährlicher geworden ist."
Richard Tice, stellvertretender Vorsitzender der Reform UK, kritisiert, dass die Polizei Drohungen gegen seine Partei zu lange nicht ernst genommen hat. Gegenüber "The Telegraph" erklärt Tice: "Erst vor kurzem sind die Behörden auf die Beschimpfungen und Einschüchterungen aufmerksam geworden, denen ich und andere Abgeordnete der Reformpartei ausgesetzt waren, obwohl wir zahlreiche konkrete Beispiele vorgelegt haben."