Razzia am Wienerberg in Wien-Favoriten. Im Oktober erwischen Beamte bei einer groß angelegten Polizeiaktion mitten im Erholungsgebiet acht Personen bei einem Drogen-Deal auf frischer Tat. Es ist wie im Film: Verdeckte Ermittler tarnen sich als Drogen-Käufer – rasch klicken bei acht Beschuldigten die Handschellen. Ein Mann kann dem Richter allerdings glaubhaft machen, dass er zufällig vor Ort war.
Bei der Koks-Vereinbarung im Otto-Benesch-Park in Favoriten sollen den Ermittlern insgesamt 5 Kilo des weißen Stoffs angeboten worden sein, die Beweislage schien für die Männer erdrückend. Die Spezialeinheit Cobra konnte die mutmaßlichen Täter mithilfe von Drohnen schließlich festnehmen.
Der damals 28-jährige Mandant des Wiener Anwalts Mahmut Sahinol erklärte seinem Rechtsvertreter bereits im Oktober ausdrücklich, dass er dort zufällig einen Freund aus früheren Tagen getroffen und ihn in weiterer Folge begleitet hatte. Sahinols Mandant war bis Mittwoch auf freiem Fuß und bleibt dies auch weiterhin, denn: Er wurde freigesprochen.
Er soll mitgegangen sein, um dort zu "chillen", aufgrund einer Vorstrafe wegen Cannabisgebrauchs bekam er lediglich 4 Monate bedingte Haft. Anwalt Sahinol zeigte sich nach der Hauptverhandlung glücklich über das Urteil für seinen Mandanten: "Im Akt gab es keine Beweise, die meinen Mandanten belastet hätten."
Zwei Beschuldigte erhielten hingegen je acht Jahre Haft, zwei weitere Männer bekamen 6,5 Jahre. Die drei verbliebenen Männer fassten 3,5 Jahre, 27 Monate und 24 Monate Haft aus. Lediglich ein Angeklagter ersuchte um Bedenkzeit, alle anderen Angeklagten haben das Urteil akzeptiert und auf Rechtsmittel verzichtet.