Die ungarische Polizei hat mit einer neuen Aufklärungskampagne zum Thema Vergewaltigung für einen Shitstorm gesorgt. Das Video wälzt die Schuld an sexuellen Übergriffen nämlich auf die Opfer ab.
Eigentlich sollte der Kurzfilm "Selfie" der ungarischen Polizei für das Thema Vergewaltigung sensibilisieren. Das ist ein wichtiges Anliegen, doch die Behörden wählten sich für ihre Präventionsarbeit den falschen Adressaten: Frauen, die sich sexy anziehen und Alkohol trinken, sind selbst schuld, wenn sie vergewaltigt werden, so die empörende Botschaft.
Der Clip beginnt ganz unscheinbar mit drei jungen Frauen, die sich auf eine Partynacht vorbereiten. Sie trinken Alkohol, ziehen sich sexy an und scherzen miteinander. Anschließend brechen sie in die Disko auf. Immer wieder taucht - als düstere Vorahnung - das Bild einer der drei Frauen auf, wie sie mit zerzaustem Haar, verschmierter Schminke und leerem Blick in die Kamera starrt.
"Du kannst etwas dafür"
Nach der Partynacht bleibt eine der drei jungen Mädchen allein zurück. Ein Mann in Kapuzenpulli lauert ihr auf. Nach einem Schnitt sieht man die Frau vergewaltigt auf der Straße hocken. Darunter wird die Botschaft "Du kannst etwas dafür, tu was dagegen!" eingeblendet.
empören sich mehrere Organisation.
Es könne nicht angehen, dass die Schuld für Gewaltverbrechen beim Opfer gesucht wird. Die Kampagne fördere Hass und Verachtung gegenüber Frauen.
Behörden lassen sich nicht beirren
Die ungarische Polizei lässt sich in ihrem "Präventionsansatz" von dem Shitstorm aber nicht beirren. Am Montag veröffentlichte sie einen Aufruf zum selben Thema. Dessen Fazit: "Oft ist es die Koketterie junger Mädchen, die Gewalt auslösen kann."